Politik

Und es werden noch mehr 50 Prozent mehr Arbeitslose in Österreich

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Gähnende Leere in der Wiener Innenstadt - mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft.

(Foto: imago images/viennaslide)

Die Corona-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft. In Österreich gibt es so viele Arbeitslose wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei muss sich das Land auf einen weiteren Anstieg einstellen.

In Österreich waren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch nie so viele Menschen arbeitslose wie aktuell. Ende März gab es wegen der Coronavirus-Pandemie mehr als eine halbe Million Arbeitslose, wie der österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) mitteilte. Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet waren 562.522 Menschen ohne Beschäftigung, was einem Anstieg von 52,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition lag bei 12,2 Prozent, ein Plus von 4,7 Prozentpunkten.

AMS stellt sich in den kommenden Wochen auf einen weiteren Anstieg der Zahlen ein. "Sehr viele Menschen fangen jetzt nicht mit der Arbeit an", sagte AMS-Chef Johannes Kopf im ORF-Radio. Entscheidend sei, wie lange die Maßnahmen der Regierung zur Viruseindämmung gelten.

Tourismus besonders betroffen

Die Alpenrepublik mit ihren knapp neun Millionen Einwohnern hat das öffentliche Leben vor über zwei Wochen auf Notbetrieb heruntergefahren. Um Insolvenzen und Arbeitslosigkeit zu dämpfen, wurde von der konservativ-grünen Bundesregierung ein 38 Milliarden Euro schweres Hilfspaket geschnürt. Das entspricht rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes.

Strauchelnden Unternehmen soll mit dem Erlass von Steuerschulden, mit Haftungen für Kredite und mit Notfallhilfen unter die Arme gegriffen werden. Zudem wurde ein neues Modell für Kurzarbeit erlassen, dass die Arbeitslosigkeit bremsen soll. Laut Arbeitsministerin Christine Aschbacher nutzen bereits eine Viertelmillion Österreicher dieses Modell und "stündlich" würden neue Anträge hereinkommen, sagte sie. Darüber hinaus werde derzeit ein Schuldenmoratorium für Bankkredite geprüft.

Ob es eine gesetzliche Regelung oder eine freiwillige Selbstverpflichtung der Banken geben wird, ist noch offen. Es werde aber in jedem Fall noch in dieser Woche ein fixes Moratorium geben, sagte Finanzminister Gernot Blümel.

Die am stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffene Branche ist laut AMS der Tourismus. Von mehr als 10.400 Infektionen in ganz Österreich wurden laut Gesundheitsministerium 2400 in dem bei Wintersportlern beliebten Bundesland Tirol gezählt. In Skigebieten wie Ischgl und St. Anton am Arlberg haben sich Hunderte Gäste in überfüllten Apres-Ski-Bars mit dem Virus infiziert. Ganz Tirol wurde vorübergehend unter Quarantäne gestellt und die Skisaison vorzeitig beendet.

Quelle: ntv.de, ghö/rts