Politik

UN-Libyengesandte im Visier Abedi-Bruder plante wohl Attacke

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Hashim Abedi wollte offenbar auch einen Anschlag verüben. Er ist in Haft.

(Foto: picture alliance / Ahmed Bin Sal)

Laut britischen Medien plante offenbar auch der Bruder des Manchester-Täters, Hashim Abedi, einen Anschlag. Anfang 2017 soll er eine Attacke auf den Konvoi des deutschen UN-Libyengesandten Kobler vorbereitet haben.

Nach dem Anschlag von Manchester kommen immer neue Details zu weiteren terroristischen Planungen ans Licht: Der jüngere Bruder des Attentäters von Manchester, Hashim Abedi, hat einer britischen Zeitung zufolge einen Terroranschlag auf den deutschen UN-Libyengesandten Martin Kobler geplant. Der für Anfang dieses Jahres vorgesehene Angriff auf einen Konvoi konnte rechtzeitig verhindert werden, wie der "Telegraph" berichtete. Die Zeitung beruft sich auf Diplomatenkreise. Der 20-jährige Hashim Abedi sei ein wichtiges Mitglied einer Dschihadistengruppe. Er wurde bereits am Dienstag nach dem Anschlag seines Bruders festgenommen. Libysche Sicherheitskräfte hätten diese Gruppe über Monate beobachtet. Er wurde in der libyschen Hauptstadt Tripolis festgenommen worden. Auch der Vater wurde festgesetzt.

Bruder berichtet über IS-Verbindungen

Hashim Abedi soll bei Vernehmungen angegeben haben, dass er und sein Bruder Salman die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützten. Über die Anschlagspläne seines Bruders sei er informiert gewesen, schreibt die Zeitung. Im Dezember soll Hashim in Deutschland gewesen sein. 

Die Eltern der Brüder waren in den 1990er Jahren vor der Herrschaft Muammar al-Gaddafis nach Großbritannien geflohen. Später waren Teile der Familie wieder in ihre nordafrikanische Heimat zurückgekehrt.  Bei dem Anschlag nach einem Popkonzert riss der Attentäter 22 Menschen mit in den Tod. Britische Ermittler gehen davon aus, dass ein Netzwerk hinter der Attacke steckt. In Großbritannien wurden elf Personen festgenommen, darunter auch ein älterer Bruder des Attentäters, der 24-jährige Ismail.

Die Polizei in Manchester hat ein weiteres Foto des Attentäters publiziert, damit die Öffentlichkeit bei der Suche nach weiteren Terror-Unterstützern mithelfen kann. Die Polizei bat die Bevölkerung um Hinweise zu einer Wohnung im Stadtzentrum, in der sich Abedi unmittelbar vor der Bluttat aufgehalten haben soll. 

Quelle: ntv.de, sgu/dpa