Politik

"Trage meine Glock im Kongress" Abgeordnete provoziert mit ihrer Waffe

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Lauren Boebert will ihre Waffe auch im Kongress tragen - macht's dann aber doch nicht.

(Foto: AP)

Sie kommt aus einer Stadt namens Rifle. Und sie betreibt den "Shooters Grill". Lauren Boebert steht zu ihrer Waffenliebe. Dass die frisch gebackene Abgeordnete diese auch im US-Kongress tragen will, ruft allerdings die Polizei auf den Plan.

Erst am Sonntag wurden die neuen Mitglieder des US-Kongresses vereidigt, eine von ihnen sorgt nun bereits für Aufsehen: Lauren Boebert, die in Colorados drittem Distrikt ins Repräsentantenhaus gewählt wurde, hat angekündigt, in der Hauptstadt Washington D.C. und im Kongress eine halbautomatische Waffe tragen zu wollen.

Die Polizei schickt ihr jedoch eine ernste Warnung. Für die 34-Jährige würden dieselben Strafen wie für alle anderen gelten, die unerlaubt auf den Straßen des District of Columbia eine Waffe tragen, sagte Polizeichef Robert Contee auf einer Pressekonferenz. Die Stadt bereitet sich derzeit auf Proteste von Anhängern des scheidenden Präsidenten Donald Trump vor.

Boebert kommt aus der Stadt Rifle (zu Deutsch: Gewehr) in Colorado. Dort betreibt sie das Restaurant "Shooters Grill". Kein Wunder also, dass sie am Sonntag, dem Tag ihrer Vereidigung, verkündete: "Ich werde meine Waffen in DC und im Kongress tragen." Sie wolle ihr Recht nach dem Zweiten Zusatzartikel der Verfassung verteidigen, sagte sie. Dieser sichert den Bürgern das Recht zu, Waffen zu tragen - ein Artikel, den Waffennarren und ihre Lobby in den USA vehement verteidigen. Allerdings regeln die Bundesstaaten das Recht, Waffen auch in der Öffentlichkeit zu tragen, unterschiedlich.

"Ich bin mein bester Sicherheitsdienst"

In einem martialisch anmutenden Video zeigt Boebert in den sozialen Netzwerken ihre halbautomatische Glock, die sie in das Holster steckt. Danach ist sie zu sehen, wie sie durch die Straßen von Washington geht. Auch wenn sie nun in einer der liberalsten Städte Amerikas arbeite, werde sie nicht auf ihre Rechte verzichten, sagte sie. Sie fahre nicht mit Begleitschutz oder einem gepanzerten Wagen zur Arbeit. "Ich bin mein bester Sicherheitsdienst", so Boebert.

In der Hauptstadt allerdings ist das offene Tragen von Waffen verboten, solche aus anderen Bundesstaaten müssen registriert werden. Hier gelten vergleichsweise strenge Regeln. Das gilt erst recht für das Kapitol mit den beiden Parlamentskammern. Abgeordneten sind Waffen lediglich in ihren Büros gestattet - was vor allem auf zeremonielle Objekte etwa als Wandschmuck abzielt.

Ob es die strengen Vorgaben sind, wegen denen Boebert es mit ihrem Versprechen nicht so genau nimmt? Sie habe ihre Glock bislang nicht mit zur Arbeit gebracht, wird ein Mitarbeiter der Republikanerin von Reuters zitiert. Die Abgeordnete und einige Kollegen arbeiteten aber daran, die Regeln des Repräsentantenhauses zu ändern, damit sie ihre Glock immer bei sich haben könne. Angesichts der derzeitigen demokratischen Mehrheit ist aber zweifelhaft, ob die Gruppe damit durchkommt. Zumal erst im Dezember eine Gruppe demokratischer Senatoren für strengere Regeln für Abgeordnete eintrat.

Quelle: ntv.de, mli

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