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Dienstag, 10. Juli 2018

Shitstorm im Netz: Abschiebe-Spruch von Seehofer empört

Horst Seehofer leistet sich einen Fauxpas: Er sagt, er sei zufrieden über den jüngsten Abschiebeflug mit ungewöhnlich vielen Menschen nach Afghanistan an seinem Geburtstag. Die Empörung über den Spruch ist groß.

Nach wochenlangem Streit hat Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen "Masterplan Migration" vorgelegt. Zurückweisungen, bessere Asylverfahren und gekürzte Sozialleistungen: Damit will Seehofer die Probleme der Migration in den Griff bekommen. In dem Plan kommen auch die umstrittenen Transitzentren wieder vor, die der Koalitionspartner SPD eigentlich ablehnt. Kritik musste sich der CSU-Chef vor allem von Menschenrechtsorganisationen und der Opposition anhören.

Spott und Häme in den sozialen Netzwerken erntete Seehofer aber vor allem für einen zynischen Spruch. Seehofer sagte bei der Vorstellung: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war." Damit bezog sich Seehofer auf einen Sammelflug nach Afghanistan in der vergangenen Woche.

Ein User spricht es auf Twitter ganz direkt aus: "Ich wäre aufgestanden und hätte dem Typen eine schallende Ohrfeige verpasst. Und zwar so heftig, dass vergisst der auf keinem seiner Geburtstage mehr." Ein anderer Nutzer findet es "widerwärtig", sich darüber zu freuen, dass "Leben von 69 Menschen in Gefahr gebracht und zerstört wird". Und ein anderer User schreibt, Seehofer überschreite die Grenzen jeglichen Anstands und gehe eindeutig viel zu weit. Zum Geburtstag "nur das Schlechteste und elendige Jahre", wünscht ihm ein weiterer.

Es gibt auch alternative Vorschläge und Ideen: "Wie wäre es denn mit 69 geretteten Leben pro Tag, durch Seenotrettung", fragt ein Nutzer. Auch ein anderer User fordert mehr Seerettung, denn "Seehofer ist ohnehin nicht mehr zu retten!" Eine Nutzerin twittert: "Ich werde morgen 38. Und wünsche mir 38 Paten für Flüchtlingspaten Syrien e.V."

Viele Menschen fordern im Netz, dass Seehofer jetzt entlassen wird. "Ich wünsche mir, Seehofer erkennt die Zeichen und tritt anlässlich seiner Geburtstages noch 68 mal zurück. Oder, was auch geht: einmal richtig." In einem anderen Tweet heißt es: "Seehofer abschieben! (in den Ruhestand)." Und ein User hat auch gleich einen praktischen Vorschlag: "Gehn Sie nach Hause und tun Sie was Sinnvolles, spielen Sie mit Ihrer Eisenbahn."

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert twittert, es beschäme ihn, dass erst Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf dafür sorgen müssten, dass Seenotrettung auf Akzeptanz stoße. Es sei Wahnsinn, über welche zivilisatorischen Selbstverständlichkeiten heute wieder verhandelt werden müsse. Böhmermann und Heufer-Umlauf haben über die Spenden-Plattform leetchi.com bisher gut 400.000 Euro für die private Seenotrettung im Mittelmeer gesammelt.

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Quelle: n-tv.de