Politik
Sicherheitskräfte konnten die Parlaments-Angreifer im Juni 2017 überwältigen.
Sicherheitskräfte konnten die Parlaments-Angreifer im Juni 2017 überwältigen.(Foto: picture alliance / Erfan Kouchar)
Samstag, 07. Juli 2018

Nach Doppelanschlag in Teheran: Acht IS-Mitglieder im Iran hingerichtet

Bei Angriffen auf das iranische Parlament und ein Mausoleum sterben in Teheran 18 Menschen. Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat reklamieren die Taten für sich. Ein Jahr später richten die Behörden acht involvierte Dschihadisten hin.

Im Iran sind acht mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Zusammenhang mit den Anschlägen in Teheran vor einem Jahr hingerichtet worden. Sie hätten die fünf Attentäter finanziell unterstützt und mit Waffen versorgt, meldete die justiznahe Nachrichtenagentur Misan Online. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna wurden sie in einem Gefängnis der Hauptstadt aufgehängt. Weitere in den Angriff verwickelte IS-Mitglieder werden immer noch verhört.

Im Juni vergangenen Jahres hatten IS-Terroristen zeitgleich das iranische Parlament sowie das Mausoleum des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini angegriffen. Dabei kamen 18 Menschen ums Leben - darunter die fünf Attentäter, die von Sicherheitskräften getötet wurden. Mehr als 50 Personen wurden verletzt. Anhänger des sunnitischen IS sehen im schiitischen Iran einen ihrer Erzfeinde. Der IS soll besonders an der Grenze zu Pakistan und Afghanistan im Südosten des Irans aktiv und nach iranischen Angaben auch in den Drogenschmuggel involviert sein.

Der IS-Angriff und das Eindringen ins streng bewachte Parlament in Teheran führten zu heftiger Kritik am Geheimdienst des Landes. Obwohl die Attacke schnell niedergeschlagen wurde, kamen Fragen auf, wie die schwerbewaffneten Kämpfer überhaupt unbemerkt bis in die Hauptstadt hatten gelangen können. Die iranische Führung hatte bis dahin immer wieder betont, das Land sei sicher vor Terrorismus und besonders vor dem IS.

Al-Kuds-Einheit kämpft in Syrien

Der Iran und die Al-Kuds-Einheit der Revolutionsgarden nehmen für sich in Anspruch, einen großen Anteil am Sieg gegen die Terrormiliz im Nordirak und in Syrien gehabt zu haben. Al-Kuds-Kommandeur Ghassem Sulejmani gilt daher im Iran auch als Nationalheld. Im November vergangenen Jahres erklärte Sulejmani stolz "das Ende der teuflischen IS-Herrschaft".

Der Iran hat stets behauptet, die Revolutionsgarden seien im Irak und in Syrien nur als militärische Berater im Kampf gegen den IS tätig. Es war aber ein offenes Geheimnis, dass besonders die Al-Kuds-Einheit auch aktiv an den Kämpfen beteiligt war, und besonders in Syrien auch viele ihrer Soldaten umgekommen sind.

Der Iran wird von Menschenrechtlern seit Jahren wegen der vielen Hinrichtungen kritisiert. In dem Land steht auf Terror, Mord, Vergewaltigung, bewaffneten Raub und größeren Drogenhandel die Todesstrafe. Bei Kindesmissbrauch erfolgt die Hinrichtung besonders schnell.

Quelle: n-tv.de