Medikamentenmangel in GazaÄrzte ohne Grenzen: Israelische Blockade wird zu Todesfällen führen

Seit Anfang des Jahres kann Ärzte ohne Grenzen keine wichtigen Medikamente mehr in den Gazastreifen bringen, obwohl diese bereitstehen. Die Hilfsorganisation warnt vor gravierenden Folgen und sieht die israelischen Behörden in der Verantwortung.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beklagt wegen der israelischen Blockade des Gazastreifens einen kritischen Mangel an wichtigen Medikamenten in dem Küstengebiet und warnt vor vermeidbaren Todesfällen. "Der Bedarf in Gaza ist enorm, doch es gelangt nicht genügend Hilfe hinein, weil die israelischen Behörden dies blockieren", zitiert die Organisation eine Ärztin, die vor Ort Hilfe leistet.
An der Grenze zum Gazastreifen stünden Lkws mit Lebensmitteln und Medikamenten, die jedoch aufgehalten würden. "Ärzte ohne Grenzen konnte seit dem 1. Januar 2026 keine Versorgungsgüter mehr einführen."
In Folge kämpfen die Mediziner vor Ort mit einem kritischen Mangel an Medikamenten für nichtübertragbare Krankheiten. "Fast 50 Prozent unserer wichtigen Medikamente für chronische Erkrankungen sind nur noch in kritischem Bestand vorhanden, darunter Medikamente gegen Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, Asthma und andere Atemwegserkrankungen."
Diese Engpässe gefährden die Fähigkeit von Ärzte ohne Grenzen, eine notwendige Versorgung für Patienten mit chronischen Krankheiten bereitzustellen. "Wir mussten bereits aufhören, neue Patienten in unseren Diensten für nichtübertragbare Krankheiten aufzunehmen, wodurch die Versorgung und Medikamentenausgabe nur noch für unsere bestehenden Patienten möglich ist." Dieser Mangel an angemessener Versorgung werde "unweigerlich zu vermeidbaren Todesfällen bei Patienten mit chronischen Erkrankungen führen", hieß es.
Im Februar hatte das Oberste Gericht Israels ein von der israelischen Regierung verfügtes Einsatzverbot für 37 internationale Hilfsorganisationen in den Palästinensergebieten kurz vor Inkrafttreten ab März ausgesetzt. Ärzte ohne Grenzen wäre auch von dieser Maßnahme betroffen gewesen.