Politik

Pläne aus Geheimtreffen AfD-"Flügel" baut Struktur wohl wieder auf

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Höcke war der Chef des "Flügels" - vor gut einem Jahr gab er dessen Auflösung bekannt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Offiziell gilt der als rechtsextrem eingestufte "Flügel" der AfD als aufgelöst. Inoffiziell werden seine Strukturen offenbar wiederbelebt - das belegt der Mitschnitt eines geheimen Treffens von Parteimitgliedern. Vertreter werden bereits gewählt - handeln sollen sie unter dem Radar.

Die AfD baut die Strukturen seines als rechtsextrem eingestuften "Flügels" offenbar wieder auf. Das zeigt der heimliche Mitschnitt eines Treffens von etwa 40 niedersächsischen AfD-Politikern in einem Gasthof in Verden an der Aller. Das Material liegt den Sendern WDR und NDR vor.

Aufgenommen wurde es von einem Parteimitglied, das sich auf die Veranstaltung eingeschleust hatte, um herauszufinden, was auf dem Treffen geschieht, wie die Tagesschau berichtet. Es waren mehrere Mitglieder des Vorstandes der niedersächsischen AfD sowie mehrere Bundestagsabgeordnete an dem Treffen beteiligt. Auch der frühere AfD-Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel war anwesend.

Demnach hat sich der ehemalige "Flügel" in Niedersachsen wohl eine neue Organisationsstruktur gegeben, wie die Aufnahmen andeuten. "Ich beglückwünsche uns dazu, dass wir die alten Flügel-Strukturen wieder reaktiviert haben", sagte ein Teilnehmer, nachdem die Veranstaltung mehr als ein Dutzend sogenannte Regionalkoordinatoren ernannt hatte. Es solle sich um eine Parallelstruktur handeln, die "zu 100 Prozent" an den Kreisverbänden vorbeigehe. Ziel der neuen Strukturen sei es, darüber Mehrheiten zu gewinnen.

Hampel bestreitet neuen "Flügel"

Auf Anfrage erklärte Hampel, dass es sich lediglich um ein "Motivationstreffen der Basis" gehandelt habe, wie die Tagesschau weiter berichtet. Mitnichten sei es um die Wiederbelebung des Flügels gegangen. Als ein Redner die Auflösung des Flügels bedauerte, habe Hampel ihm widersprochen. Der dreistündige Mitschnitt zeigt laut dem Bericht jedoch keinen inhaltlichen Widerspruch des AfD-Manns.

Die Existenz von Strukturen, die an jenen der Partei vorbeigehen, hatten "Flügel" und Partei immer bestritten. Laut dem Bericht der Tagesschau werden nun im Nachhinein die Organisations- und Arbeitsweisen des Rechtsaußen-Netzwerks in der AfD indirekt deutlich. So sagte ein Teilnehmer nach der Wahl von Regionalkoordinatoren, dass diese nun Vernetzungsarbeit leisten sollen, von der die Partei "wenn möglich nichts mitbekommen" solle.

Bundessprecher Jörg Meuthen sagte dem Sender, dass der AfD-Parteivorstand am Freitag das Thema aufs Tableau setzen werde. Einige Vorstände messen der Angelegenheit große Sprengkraft bei. Der Parteivorstand der AfD hatte den "Flügel" vor rund einem Jahr zur Auflösung gedrängt, um einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu entgegen und ihre Chancen bei anstehenden Wahlen nicht zu gefährden.

Quelle: ntv.de, spl

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