Politik

Premiere in Schwerin AfD-Frau leitet erste Landtagssitzung

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Alterspräsidentin für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Christel Weißig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gelang der AfD der Sprung in den Landtag. In der ersten Sitzung des Parlaments in Schwerin kommt der Partei eine besondere Aufgabe zu. Um das Amt des Landtagsvizepräsidenten muss die AfD aber zittern.

Christel Weißig wurde erst vor vier Wochen in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch steht sie gleich bei ihrer ersten Parlamentssitzung in Schwerin im Mittelpunkt. Die 70-jährige AfD-Politikerin ist die älteste der 71 Abgeordneten. Daher wird sie an diesem Dienstag die konstituierende Landtagssitzung als Alterspräsidentin eröffnen.

Weißig stammt aus Hamburg. Die pensionierte Bürokauffrau ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie trat der AfD 2014 bei. Kurz danach wurden sie in den Ortsbeirat von Rostock-Evershagen gewählt. Auch bei der Landtagswahl kandidierte sie für den Wahlkreis Rostock II und holte 19,6 Prozent der Erststimmen. Im Wahlkreis forderte Weißig, Schweinefleisch solle "beim Grenzübertritt" für Flüchtlinge zum Pflicht-Essen gehören. Sie ist die einzige Frau in der 18-köpfigen AfD-Fraktion.

In der konstituierenden Sitzung will Weißig über das Demokratieverständnis sprechen, wie sie der "Schweriner Volkszeitung" sagte. Die Demokratie halte sie für eine gute Sache. "Das Dumme daran ist nur, dass die Doofen mitmachen dürfen." Als Alterspräsidentin wird Weißig die erste Sitzung des neuen Landtags leiten. Sie muss die Sitzung eröffnen, die Beschlussfähigkeit des Landesparlaments feststellen, zwei Mitglieder zu vorläufigen Schriftführern erklären und ein vorläufiges Sitzungspräsidium bilden. So schreibt es die Geschäftsordnung des Landtags vor. Weißig leitet die Sitzung so lange, bis der neu gewählte Präsident das Amt übernimmt.

Auch bei der Wahl der Landtagspräsidenten mischt Weißigs Partei mit. Die AfD nominierte Ralph Weber als Kandidaten für das Amt des Landtagsvizepräsidenten. Der Greifswalder Rechtsprofessor ist umstritten. Er steht unter anderem in der Kritik, weil er den Sänger einer Neonazi-Band promovierte. Weber, der in seinem Wahlkreis Vorpommern-Greifswald III mit 35,3 Prozent das beste Ergebnis aller AfD-Direktkandidaten holte, muss um seine Wahl zittern.

Die SPD will den 55-Jährigen nicht wählen. Ursache ist dessen Auftreten bei seiner Vorstellung in der Fraktion der Sozialdemokraten. Nach Angaben von Teilnehmern bezeichnete er die Entspannungspolitik von Willy Brandt als "Verrat an unserer historischen Heimat". Auch die Linken wollen nicht für Weber stimmen.

Quelle: ntv.de, cro