Politik

1000 Euro in bar für Strohmann AfD soll für falsche Quittung gezahlt haben

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AfD-Chef Jörg Meuthen

(Foto: imago/Lars Berg)

Der Druck auf AfD-Chef Jörg Meuthen im Skandal um illegale Parteispenden nimmt weiter zu. Dem "Spiegel" zufolge soll ein Strohmann nun gestanden haben, Geld für eine gefälschte Quittung erhalten zu haben.

Die AfD soll einem Bericht zufolge einem Finanzier 1000 Euro bezahlt haben, damit dieser als Strohmann fungiert. Wie der "Spiegel" berichtet, soll der Mann eingeräumt haben, seinen Namen für eine gefälschte Spendenbescheinigung genannt zu haben. Darin habe er wahrheits­widrig behauptet, dass er Meuthens Kampagne mit einer hohen vierstelligen Summe unterstützt hätte. Im Gegenzug habe er 1000 Euro in bar erhalten.

Dies habe er auch bei einer Vernehmung durch das baden-württembergischen Landeskriminalamt ausgesagt, hießt es weiter. Das Geschäft sei auf Vermittlung eines Bekannten zustande gekommen. Wer hinter dem Manöver steckt, ist unklar. Organisiert wurde die Wahlkampfwerbung seinerzeit von der Schweizer PR-Firma Goal AG, die von einem Freund Meuthens geleitet wird.

In der Affäre um dubiose Wahlkampfhilfen aus der Schweiz gerät AfD-Chef Jörg Meuthen zunehmend unter Druck. Eine beim Bundestag eingereichte Liste mit den Namen von zehn angeblichen Finanziers, die Meuthen 2016 mit einer Werbekampagne im Wert von rund 90.000 Euro unterstützt haben sollen, ist offenbar falsch. Nach gemeinsamen Recherchen des "Spiegels" und des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" haben inzwischen mehrere der vermeintlichen Finanziers zugegeben, lediglich als Strohleute fungiert zu haben.

Auf Anfrage teilte Meuthen mit, Goal-AG-Chef Alexander Segert habe der AfD die Liste mit den zehn angeblichen Geldgebern übermittelt und deren Echtheit kürzlich noch einmal ­bestätigt. Auf die übermittelte Liste "durften und dürfen wir uns verlassen", so Meuthen. Im Zusammenhang mit der Wahlkampfunterstützung aus der Schweiz prüft die Staats­anwaltschaft Stuttgart inzwischen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, wie ein Behördensprecher dem "Spiegel" und "Report Mainz" bestätigte.

Quelle: n-tv.de, bdk

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