Politik

"Frieden, Liebe und beste Grüße" Ahmadinedschad taucht bei Twitter auf

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"Ich bin es": Mahmud Ahmadinedschad.

(Foto: Twitter.com / @Ahmadinejad1956)

Fernab von den Twitter-Tiraden des US-Präsidenten Trump wagt sich ein international bekannter Spitzenpolitiker ins soziale Netzwerk: Mit einer freundlich wirkenden Videobotschaft wirbt Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad für eine ganz eigene Agenda.

Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich nach fast vier Jahren politischer Abstinenz im Kurznachrichtendienst Twitter zurückgemeldet. "Ich bin es, Frieden, Liebe und beste Grüße", sagte er in einer Videobotschaft auf Englisch und bat Twitter-Nutzer, ihm zu folgen.

Die Twitter-Initiative des 60-jährigen Hardliners kommt für Kenner der innenpolitischen Verhältnisse des Landes einige Wochen vor der Präsidentenwahl am 19. Mai nicht überraschend. Kommentatoren werten seinen Auftritt unter dem Stichwort #Imontwitter (etwa: "Ich bin bei Twitter") als neue Wahlstrategie der iranischen Hardliner-Fraktion.

In der kurzen Videobotschaft zeigt sich der Hardliner betont zwanglos gekleidet im blaukarierten Hemd vor einer schlichten, mit botanischen Elementen verzierten Tapete. Am rechten Bildrand ist die Flagge der Islamischen Republik Iran zu erkennen. Sich selbst beschreibt Ahmadinedschad bei Twitter unter anderem als "Ehemann, Vater, Großvater" sowie als "stolzen Iraner".

Botschaften für die Weltöffentlichkeit

Bei der anstehenden Wahl im Iran hatte Ahmadinedschad auf eine Kandidatur verzichtet, nachdem Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei im September 2016 ihm davon abgeraten hatte. Nun soll Ahmadenidschads langjähriger Stellvertreter, Hamid Baghaei, bei der Präsidentenwahl als Kandidat der Hardliner gegen Amtsinhaber Hassan Ruhani antreten.

Es ist im Iran ein offenes Geheimnis, dass Baghaei sein Wahlprogramm akribisch mit seinem Mentor Ahmadinedschad absprechen wird. Präsident Ruhani repräsentiert das Reformlager. Daneben gibt es außer den Hardlinern um Ahmadinedschad noch ein drittes großes politisches Lager, die Konservativen. Hardliner und Konservative wollen Ruhani von der Macht verdrängen.

Kehren Irans Hardliner zurück?

Ahmadinedschad war acht Jahre lang (2005 - 2013) iranischer Präsident. Der iranische Spitzenpolitiker hatte mit seinem Konfrontationskurs kontinuierliche Spannungen mit dem Westen ausgelöst und das Land damit in die politische und wirtschaftliche Isolierung geführt. Unter anderem ließ er das Atomwaffenprogramm des Landes ausbauen. Er rief auch zur Zerstörung Israels auf.

In einem seiner ersten Tweets wandte sich Ahmadinedschad demonstrativ nicht der iranischen Innenpolitik zu. Stattdessen äußerte er sich zum politischen Vermächtnis des 2013 verstorbenen Staatschefs von Venezuela, Hugo Chavez. "Chavez lebt, solange die Humanität, die Freiheit und die Wahrheit am Leben sind", erklärte er. "Er wird zurückkehren, so wie Freiheit und Gerechtigkeit zurückkehren werden." Venezuela pflegt gute Kontakte zum Iran.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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