Politik

"Zweitstimme für Freie Wähler" Aiwanger will mehr CSU-Hilfe im Wahlkampf

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Hubert Aiwanger will nicht, dass die Grünen an der nächsten Bundesregierung beteiligt sind.

(Foto: dpa)

Die Freien Wähler wollen unbedingt in den Bundestag. Mit impfskeptischen Aussagen setzt Partei-Chef Aiwanger allerdings den Koalitionsfrieden aufs Spiel. Vom Partner CSU wünscht sich der 50-Jährige dennoch mehr Unterstützung in Form einer eigenen Kampagne.

Nach dem Streit mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder über seine Impfweigerung will Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger nun mit einer Zweitstimmenkampagne gegen die CSU bei der Bundestagswahl punkten. "Eigentlich müsste die CSU eine Zweitstimmenkampagne für die Freien Wähler zur Bundestagswahl fahren, damit ihnen und dem Land auch in Berlin die Grünen in der Regierung erspart bleiben", sagte Aiwanger der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier".

Aiwanger - Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl im September - empfahl seinem bayerischen Koalitionspartner, im Bund darauf zu bauen, dass die CSU-Direktkandidaten ohnehin per Erststimme in den Bundestag kommen, "also mit der Zweitstimme Freie Wähler - dann kommen auch die rein und wir können in Berlin gemeinsam für Bayern und Deutschland arbeiten".

Aiwanger und Söder hatten sich zuletzt öffentlich über impfkritische Äußerungen des Freie-Wähler-Chefs gestritten. Aiwanger sagte nun, er befürchte dennoch nicht, dass die CSU die Koalition beende. "Da würde sich die CSU bis ins Mark selbst beschädigen. Die dürfen froh sein, dass sie mit den Freien Wählern einen so anständigen und ehrlichen Koalitionspartner haben."

Fischt Aiwanger am rechten Rand?

Der Vorsitzende der Freien Wähler weigert sich trotz öffentlichen Drucks der CSU, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Zuletzt begründete er dies mit Berichten über massive Nebenwirkungen auch in seinem Bekanntenkreis, ohne dies aber näher auszuführen.

Söder hatte anschließend geäußert, dass Aiwangers impfskeptische Äußerungen die Zusammenarbeit belasten würden. Dabei gehe es ihm weniger darum, dass Aiwanger sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen will, als um dessen Behauptungen zu angeblichen Nebenwirkungen oder nicht bewiesener Wirksamkeit von Impfstoffen.

"Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er nicht mehr rauskommt", sagte dazu Söder. Wenn man sich in die Nähe von "Querdenkern" begebe, "dann muss man aufpassen, dass man nicht als solcher identifiziert wird", sagte er weiter. Sonst werde es "in der Tat schwierig".

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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