Politik

Gift-Attentat auf Kim Jong Nam Angeklagte in Mordprozess freigelassen

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Kim Jong Nam im Jahr 2010, bei einem seiner seltenen Auftritte.

(Foto: picture alliance / JoongAng Sund)

"Versteckte Kamera" oder doch der nordkoreanische Geheimdienst? Zwei Frauen sollen den Halbbruder von Machthaber Kim in Malaysia vergiftet haben und müssen sich vor Gericht verantworten. Eine der beiden wird nun freigesprochen.

Zwei Jahre nach dem Mord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist eine der beiden angeklagten Frauen überraschend freigelassen worden. Ein Gericht in Malaysia entschied auf Antrag der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren gegen die 27-jährige Indonesierin Siti Aisyah eingestellt wird.

Gründe wurden nach einem Bericht von Malaysias staatlicher Nachrichtenagentur Bernama bislang keine genannt. Die Indonesierin war zusammen mit einer Vietnamesin unmittelbar nach dem Anschlag auf den Nordkoreaner Kim Jong Nam im Februar 2017 auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur festgenommen worden.

Die beiden Frauen behaupten, dass sie von einem Mann für eine Fernsehshow im Stil von "Versteckte Kamera" angeheuert wurden. Angeblich wussten sie nicht, dass es sich bei der Substanz, mit der Kim Jong Nam getötet wurde, um ein Nervengift handelt. Videoaufnahmen zeigen, wie eine der beiden Frauen Nam auf dem Flughafen ruckartig ins Gesicht fasst. Nam brach kurz darauf zusammen und starb im Krankenhaus.

Die andere Angeklagte habe dabei in der Nähe gestanden, anschließend suchten beide eine Toilette auf, um sich die Hände zu waschen und den Flughafen zu verlassen. Das malaysische Gericht geht davon aus, dass Nam über den Körperkontakt das Nervengift VX verabreicht wurde.

Kim Jong Uns Halbbruder war zu Hause in Ungnade gefallen und lebte im Ausland. Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea massiv belastet. Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst hinter dem Anschlag steckt. Die Vietnamesin muss sich weiterhin vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihr die Todesstrafe.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa