Politik

Angriffe auf iranische AnlagenTrump verlängert Ultimatum um zehn Tage

26.03.2026, 21:49 Uhr
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US-Präsident Trump will rasch Gespräche mit dem Iran, hat aber viel Zeit. (Foto: picture alliance / AdMedia)

Es ist eine Art Vorspiel, ein Abtasten mit enormem Einsatz: Die USA formulieren ein Ultimatum, der Iran reagiert mit Gegendrohungen. Trump zieht unter Verweis auf Gespräche zurück, Teheran dementiert einen Kontakt. Nun verkündet Trump einen erneuten Aufschub.

US-Präsident Donald Trump hat das Ultimatum erneut verlängert, mit dem er den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus zwingen will. Bis zum Abend des 6. Aprils werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, so Trump unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche auf der Plattform Truth Social. Nach Darstellung des US-Präsidenten bat der Iran um eine Verschiebung. Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist am kommenden Samstag deutscher Zeit abgelaufen.

Kurz zuvor hatte er angedeutet, sein Ultimatum möglicherweise ein weiteres Mal zu verschieben. "Ich weiß es noch nicht", hatte er auf die Frage geantwortet, ob die Frist aufgeschoben sei. Trump sagte, der Sondergesandte Steve Witkoff, Vizepräsident JD Vance und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner würden ihn über den Fortgang der Verhandlungen unterrichten. Davon hänge ab, ob es bei dem Ultimatum bleibe. "Wir haben jede Menge Zeit", sagte Trump.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte erklärt, man werde sich ohnehin keinem Ultimatum Trumps beugen. "Niemand kann dem Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen", schrieb er auf X. Die Kinder des Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und den Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.

Trump hatte dem Iran am Wochenende damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen. Dieses Ultimatum wäre in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen. Am Montag hatte Trump allerdings angekündigt, wegen "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten. Der Iran hatte einen direkten Kontakt dementiert.

Der Iran hatte gedroht, dass er Energieanlagen anderer Länder in der Golfregion angreifen würde, sollte Trump seine Drohungen wahrmachen. Außerdem beharrt die Führung in Teheran darauf, die alleinige Kontrolle über die für den globalen Energiehandel zentrale Passage zu haben.

Die gegenseitigen Drohungen sind Teil des Vorlaufs möglicher Verhandlungen. Trump drängte die Führung in Teheran zu ernsthaften Gesprächen, "bevor es zu spät ist". Trumps Unterhändler Steve Witkoff sprach derweil bei einer Kabinettssitzung von "starken Anzeichen" dafür, dass der Iran zu einem Ende des Krieges auf dem Verhandlungsweg bereit sei. Die iranische Regierung reagierte einem Bericht zufolge mit einem Gegenvorschlag auf einen von der US-Regierung vorgelegten 15-Punkte-Plan.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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