Sie bleibt in New YorkAnnalena Baerbock hat bald einen neuen Job

Nur noch knapp zwei Wochen lang ist Annalena Baerbock Präsidentin der UN-Generalversammlung in New York. Jetzt ist auch klar, wie es weitergeht: Die frühere Außenministerin wird offenbar Professorin.
Annalena Baerbock wird im Anschluss an ihren UN-Posten eine Lehrtätigkeit an der New Yorker Columbia Universität übernehmen. Zum Herbst wird die Grünen-Politikerin Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin des Masterprogramms "Master of Public Administration in Global Leadership". Offiziell ist das noch nicht. "Table Media" hatte über den Wechsel berichtet, informierte Kreise bestätigten ihn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Der Posten ist demnach auf drei Jahre angelegt. Es soll sich um eine praxisorientierte Professur handelt, keine klassische Forschungsprofessur. Das Programm richtet sich laut der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. Die ehemalige Grünen-Ministerin werde sich unter anderem in ihren Vorlesungen mit Fragen zur internationalen politischen Führung befassen und auch als Vortragsrednerin arbeiten, so "Table Media".
Baerbocks einjähriges Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Ihr Nachfolger wird Khalilur Rahman aus Bangladesch.
Baerbock genießt die Anonymität
Baerbock hatte bereits in der Vergangenheit gesagt, sie fühle sich New York wohl und genieße es, in der Vielfalt der Stadt "unterzugehen". "Und für mich ist das ehrlich gesagt auch manchmal sehr befreiend", hatte sie der dpa kurz nach ihrem Amtsantritt in New York gesagt.
Baerbock war im Juni 2025 mit überwältigender Mehrheit auf den Posten der Präsidentin der UN-Vollversammlung gewählt worden und hatte diesen Anfang September angetreten. Sie ist erst die fünfte Frau, die der Generalversammlung vorsteht. Ihre Amtszeit war geprägt von internationalen Krisen und zunehmenden Spannungen im multilateralen System. Baerbock setzte sich für eine Reform und Stärkung der Vereinten Nationen ein und machte sich für Frauenrechte, Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung stark. Weitere Schwerpunkte waren der internationale Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Suche nach einem Nachfolger für UN-Generalsekretär António Guterres. Dabei forderte sie wiederholt ein transparentes und inklusives Auswahlverfahren und warb dafür, erstmals eine Frau an die Spitze der Vereinten Nationen zu wählen.