Politik

Briten "müssen mehr schuften" Alte Tonaufnahmen bringen Truss in Verlegenheit

c9ff11e9ebfb17681f295fb22aaf26af.jpg

Liz Truss verkauft sich im parteiinternen Wahlkampf als Patriotin, ihre Äußerungen über die britischen Arbeitnehmer konterkarieren dieses Bild.

(Foto: REUTERS)

Die Chancen von Liz Truss, neue Tory-Chefin und Premierministerin zu werden, sind wohl geschrumpft. Jüngst veröffentlichte Tondokumente, in denen sie sich wenig schmeichelhaft über die britische Arbeitnehmerschaft äußert, bringen die britische Außenministerin in Erklärungsnöte.

Frühere Äußerungen der britischen Außenministerin Liz Truss über Arbeitnehmer haben die Favoritin im Rennen um die Nachfolge des britischen Regierungschefs Boris Johnson in Verlegenheit gebracht. In einer von der Zeitung "The Guardian" veröffentlichten Tonaufnahme sagt Truss, britischen Arbeitnehmern würden "Fertigkeit und Eifer" fehlen. "Mentalität und Einstellung" britischer Arbeiter seien mitverantwortlich für die relativ niedrige Produktivität des Landes.

Es gebe ein grundlegendes Problem mit der "britischen Arbeitskultur", sagte Truss weiter in den Äußerungen, die aus ihrer Zeit als Spitzenvertreterin des Finanzministeriums zwischen 2017 und 2019 stammen. Britische Arbeiter müssten "mehr schuften". "Wenn Sie nach China gehen, ist das ziemlich anders, das kann ich Ihnen garantieren." Aus dem Umfeld von Truss hieß es nach Veröffentlichung der Tonaufnahme, die Bemerkungen seien "ein halbes Jahrzehnt alt" und es fehle "Kontext". Außer Frage stehe aber, dass Großbritannien seine Produktivität verbessern müsse.

Truss befindet sich derzeit in einer parteiinternen Stichwahl gegen den früheren Finanzminister Rishi Sunak um den Vorsitz der konservativen Tory-Partei. Wer das Amt vom zurückgetretenen Johnson übernimmt, wird auch automatisch britischer Premierminister. Umfragen sehen Truss klar vor Sunak. Das Ergebnis der Briefwahl unter den Tory-Mitgliedern wird am 5. September erwartet.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 17. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ino/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen