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Ermittlungen verhindert? Anwalt kritisiert Behörden im NSU-Prozess

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Die Hinterbliebenen des NSU-Opfers Mehmet Kubasik werden von Anwalt Carsten Ilius vertreten. Er schlägt nun Alarm.

(Foto: picture alliance / Bernd Thissen)

Im NSU-Prozess beschuldigt ein Rechtsanwalt die Behörden, Ermittlungen gegen weitere Unterstützer des NSU-Trios nicht gewollt und "erfolgreich verhindert" zu haben. Man versuche, die Existenz eines ganzen Netzwerks rechtsradikaler Helfer zu vertuschen.

Ein weiterer Nebenkläger hat im NSU-Prozess schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden erhoben. Erkenntnisse über mutmaßliche Helfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in Dortmund und beim Dortmunder NSU-Mord seien vorsätzlich ignoriert worden, sagte der Rechtsanwalt Carsten Ilius. Er vertritt vor dem Oberlandesgericht München Familienangehörige von Mehmet Kubasik.

Laut Anklage war Kubasik am 4. April 2006 von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in seinem Kiosk erschossen worden. Ilius sprach in seinem Plädoyer die Vertreter der Bundesanwaltschaft direkt an und warf ihnen vor, die These vom einsamen NSU-Terrortrio gegen besseres Wissen zu vertreten.

Die Anklagebehörde wolle "das Bild eines postnazistischen, schönen, freien Deutschlands" nicht beschädigen. "Dazu passt ein Trio, das am Rand des Wahnsinns agiert, besser als ein verzweigtes Netzwerk", sagte Ilius.

Ermittlungen "verhindert"?

Ermittlungen über NSU-Unterstützer in Dortmund habe die Bundesanwaltschaft nicht gewollt, betonte der Rechtsanwalt. Und soweit die Nebenkläger diese Ermittlungen haben führen wollen, habe die Bundesanwaltschaft diese "erfolgreich verhindert".

Der Terrorzelle NSU werden zehn vorwiegend rassistisch motivierte Morde zugerechnet. Hauptangeklagte im Prozess ist Beate Zschäpe. Ihre beiden Freunde Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach einem gescheiterten Banküberfall im November 2011 das Leben genommen.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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