Politik

"Fehlentscheidung korrigieren" Ärztekammer fordert kostenlose Tests

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Der Präsident der Bundesärztekammer Reinhardt ist für die Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Tests möglichst noch Mitte November.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit fast einem Monat gibt es keine Bürgertests mehr. Der Ärztepräsident Reinhardt bewertet das Ende der kostenlosen und viel genutzten Tests als politische "Fehlentscheidung" und fordert eine Wiedereinführung. Mehrere Virologen sehen das ähnlich.

Die Bundesärztekammer fordert eine schnelle Rückkehr zu kostenlosen Schnelltests: Das Ende der Kostenübernahme für Corona-Bürgertests habe nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder sollten den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung schnell und konsequent zu korrigieren. "Gerade in der kalten Jahreszeit mit vielen Freizeitaktivitäten in Innenräumen brauchen wir deshalb wieder niedrigschwellige, kostenlose Testangebote, um die Weiterverbreitung des Virus zu bremsen." Die Neuregelung müsse schnell kommen, möglichst noch mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes Mitte November, verlangte Reinhardt.

Auch Virologen haben sich bereits ähnlich geäußert. Der in Hamburg tätige Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warb angesichts steigender Infektionszahlen hierzulande für eine "Testoffensive" und kritisierte, dass die kostenlosen Bürgertests Mitte Oktober abgeschafft wurden. Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert die rasche Wiedereinführung kostenloser Corona-Tests.

Da das Virus auch von Geimpften weiterverbreitet werden könne, forderte der Präsident der Bundesärztekammer zudem "eine funktionierende und flächendeckende Teststrategie für alle, also auch für Geimpfte". In Regionen mit hohen Inzidenzen sollte etwa für Teilnehmer von risikoreichen Veranstaltungen wie Clubbesuchen zusätzlich zur 2-G-Regelung ein negativer Schnelltest obligatorische Zutrittsvoraussetzung sein.

Reinhardt mahnte jedoch: Wirkungsvoll seien flächendeckende Tests nur, "wenn die 3-G und 2-G-Regeln konsequent angewandt und natürlich auch kontrolliert werden". Bestenfalls werde das Testergebnis unmittelbar in die CovPass-App oder die Warn-App eingespeist. "Dies würde die Überprüfung durch Ordnungsämter und Betreiber von Restaurants und anderen Einrichtungen des öffentlichen Lebens deutlich vereinfachen."

Quelle: ntv.de, mpe

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