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Bedrohte Christin Asia Bibi kann Pakistan schnell verlassen

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Asia Bibi wird vermutlich nach Kanada ausreisen.

(Foto: dpa)

Sie wurde zum Tode verurteilt und dann doch freigesprochen. In ihrem Heimatland Pakistan kann Asia Bibi auch nach dem Urteil zu ihren Gunsten nicht mehr leben. Ihr Anwalt erzählt, wie es weitergeht.

Die in Pakistan bedrohte Christin Asia Bibi kann nach Angaben ihres Anwalts das Land schnell verlassen. Sie werde dann "sehr wahrscheinlich" nach Kanada ausreisen, sagte Saif-ul-Malook dem niederländischen TV-Sender Rtl Nieuws. "Der Botschafter hat mir gesagt, dass die Regierung von Pakistan sie nicht zurückhalten will, in welches Land sie auch reisen will."

Die Katholikin Bibi war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilt worden, wurde aber im Oktober freigesprochen. Ihre Entlassung aus dem Gefängnis löste massive Proteste radikaler islamistischer Gruppen aus. Ihr Anwalt, der auch bedroht wird, war im November in die Niederlande geflohen.

Asia Bibi gehe es gut, sagte er. "Sie ist gesund und in sicherem Schutz der pakistanischen Regierung." In Pakistan könne sie aber nicht bleiben. "Sie hat dort kein Leben, geschweige denn eine Zukunft." In welches Land sie reisen werde, sei noch nicht entschieden. Am wahrscheinlichsten sei jedoch Kanada, sagte der Anwalt. Zuvor waren als mögliche Aufnahmeländer auch Italien und Deutschland genannt worden.

Vermeintliche Blasphemie hat schwere Folgen

Ein Dorf-Imam hatte die einfache Landarbeiterin Bibi 2009 beschuldigt, den Propheten Mohammed im Streit mit muslimischen Kolleginnen um ein Glas Wasser beleidigt zu haben. Bibi wies den Vorwurf stets zurück. Das Todesurteil gegen sie sorgte international für Empörung. Menschenrechtsgruppen und auch Papst Benedikt XVI. hatten sich für Bibis Freilassung eingesetzt.

Blasphemie ist im streng konservativ-islamischen Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Rund 40 Menschen verbüßen dort nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit wegen entsprechender Anschuldigungen derzeit lebenslängliche Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Immer wieder kommt es deswegen auch zu Lynchmorden.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa

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