Politik

Auslieferung nach Schweden Assange geht in neue Runde

Wikileaks-Gründer Assange legt in London Berufung gegen seine Auslieferung an Schweden ein. Das Gericht muss nun in 40 Tagen entscheiden, ob es die Berufung annimmt. Ein Gericht hatte die Auslieferung des 39-Jährigen auf der Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls vor einer Woche für rechtens erklärt.

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Assange bestreitet die Vorwürfe der Frauen.

(Foto: dpa)

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat Berufung gegen seine Auslieferung an Schweden eingelegt. Die Anwälte des 39-jährigen Australiers reichten Widerspruch gegen die  ein, das Ende Februar eine Überstellung an Schweden für rechtens erklärt hatte, teilte die britische Justiz mit.

Das Gericht muss nun in 40 Tagen entscheiden, ob es die Berufung annimmt. Ohne die Berufung hätte Assange innerhalb von zehn tagen ausgeliefert werden müssen. Das Verfahren in Großbritannien kann noch über zwei Instanzen gehen, einschließlich des Obersten Gerichtshofs.

Vergewaltigungsvorwurf

Dem derzeit in Großbritannien unter Hausarrest stehenden wird in Schweden Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Der Internetaktivist hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sieht diese als Teil eines Komplotts. Er befürchtet, dass Schweden ihn letztlich an die USA ausliefern könnte.

Die US-Justiz prüft derzeit rechtliche Schritte gegen Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Regierungsdokumente über Wikileaks. Das Enthüllungsportal hatte im vergangenen Jahr Unterlagen über die Kriege im Irak und in Afghanistan ins Internet gestellt und vor einigen Monaten mit der Veröffentlichung von mehr als 250.000 vertraulichen Depeschen der US-Diplomatie begonnen.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP