Politik

Nach schweren Bombardements Äthiopiens Armee erobert Provinz-Hauptstadt

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Aus der Konfliktregion gibt es kaum Bilder, seit den Unruhen ist sie fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Konflikt mit der abtrünnigen Provinz Tigray gelingt der Zentralregierung ein entscheidender Sieg: Die äthiopische Armee übernimmt die Kontrolle in der Hauptstadt Mekelle. Damit endet eine dreiwöchige Offensive, bei der laut Tigrays Regionalregierung auch Zivilsten bombardiert wurden.

Im Äthiopienkonflikt haben die Streitkräfte des Landes laut Regierungschef Abiy Ahmed die Hauptstadt der Region Tigray eingenommen. Die Zentralregierung habe nun volle Kontrolle über Mekelle, teilte Abiy mit. Der Flughafen und andere wichtige Standorte seien eingenommen worden. Zudem wurden nach seinen Worten Tausende Soldaten befreit, die die Volksbefreiungsfront TPLF gefangen genommen hatte. Die TPLF ist bisher in der nördlichen Provinz an der Macht gewesen. Äthiopiens Regierung hatte vor mehr als drei Wochen eine militärische Offensive gegen sie begonnen, um sie zu stürzen.

Abiy sagte, nun sei die letzte Phase der Offensive beendet. Zuvor hatte der mit der Regionalregierung verbundene Fernsehsender Tigray TV berichtet, dass Mekelle mit schwerer Artillerie bombardiert worden sei. Die für den Tigray-Konflikt von der Zentralregierung gegründete Taskforce hatte erklärt, die äthiopischen Streitkräfte zielten nur auf militärische Ziele und Waffendepots der TPLF. Zivileinrichtungen wie Schulen oder Wohngebiete würden nicht angegriffen. Nach Angaben der Regionalregierung wurde das Stadtzentrum mit "schweren Waffen und Artillerie" angegriffen. Zu den Zielen zählten demnach auch Zivilisten und Infrastruktur.

Die Überprüfung von Aussagen der Konfliktparteien ist schwierig, da die Region seit Beginn der Unruhen praktisch von der Außenwelt abgeschnitten ist. Internet, Telefonverbindungen und Strom sind weitgehend gekappt. Bislang sind laut UNHCR mehr als 43.000 Menschen in das Nachbarland Sudan geflohen und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in Tigray. Etliche Stimmen der internationalen Gemeinschaft haben zu einer Waffenruhe ausgerufen, darunter auch jüngst das EU-Parlament.

Hintergrund des Konflikts sind immer größere Spannungen zwischen Tigray und der Zentralregierung. Die TPLF dominierte Äthiopien mehr als 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam und die TPLF hinausdrängte. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche ethnische Spannungen, die unter Abiy gestiegen sind.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa/AFP

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