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Vor Anschlag in Christchurch Attentäter soll Deutschland besucht haben

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Auf seiner Facebook-Seite postete der Attentäter Bilder von Schloss Neuschwanstein.

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Nachdem bekannt wurde, dass der Attentäter von Christchurch Wien besucht hatte, prüfen deutsche Sicherheitsbehörden einen Aufenthalt in Deutschland. Der Australier soll mehrere europäische Länder bereist haben. Ein Bild auf Facebook führt die Ermittler nach Bayern.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen bis heute der Frage nach, ob und zu welchem Zweck der Attentäter von Christchurch Deutschland besucht hat. Auf eine schriftliche Frage des Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz zu den Ermittlungen antwortete die Bundesregierung: "Das Bundesamt für Verfassungsschutz steht nach wie vor in intensivem Kontakt mit seinen ausländischen Partnerdiensten, um sowohl die (möglichen) Verbindungen des Attentäters nach Europa als auch spezifische Deutschlandbezüge aufzuklären." Außerdem werde weiterhin "mit den verfügbaren Mitteln darauf hingearbeitet, Reisebewegungen und Kontakte nach Europa/Deutschland zu verifizieren."

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch waren am 15. März 50 Menschen getötet und fast ebenso viele verletzt worden. Der tatverdächtige Rechtsextremist sitzt in Untersuchungshaft. Der 28-jährige Australier hatte etwa 14 Monate vor dem Terroranschlag eine Spende an die österreichischen "Identitären" überwiesen. "Persönliche Kontakte" zu Extremisten in Österreich soll er jedoch nach Angaben des österreichischen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) nicht gehabt haben. Auch über mögliche Kontakte zu deutschen Rechtsextremisten ist bislang nichts bekannt.

Laut Kickl war der mutmaßliche Attentäter vom 27. November bis zum 4. Dezember 2018 durch Österreich gereist. Er habe auch Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Estland besucht. Auf seiner Facebook-Seite postete er auch Bilder von Schloss Neuschwanstein in Bayern.

Von Notz forderte: "Die Bundesregierung muss mehrere Wochen nach dem Anschlag für die notwendige Klarheit sorgen." Rechte Netzwerke seien zu lange nicht ausreichend im Fokus der Sicherheitsbehörden gewesen, obgleich sie längst "eine sehr ernstzunehmende Gefahr für unsere Demokratie darstellen".

Quelle: n-tv.de, vck/dpa

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