Politik
Forensiker bei der Untersuchung des Tatorts vor dem Stade de France.
Forensiker bei der Untersuchung des Tatorts vor dem Stade de France.(Foto: imago/Revierfoto)
Samstag, 14. November 2015

Kurz vor erster Detonation: Attentäter wollte in Stadion eindringen

Offenbar sind die Zuschauer des Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich einem Blutbad entgangen. Einer der Pariser Attentäter versuchte nach Angaben eines Sicherheitsmanns, sich Zutritt zu dem Stadion zu verschaffen.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) zufolge hat einer der Attentäter am Abend versucht, ins Stade de France zu gelangen. Das Blatt beruft sich auf die Polizei sowie einen Sicherheitsmann, der an dem entsprechenden Eingang im Dienst war.

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Der Angreifer habe ein reguläres Ticket besessen und dieses 15 Minuten nach Anstoß an einem der Eingänge vorgezeigt. Der Sicherheitsmann, der dem "WSJ" als Zouheir bekannt ist, gab an, bei dem Mann sei jedoch eine Sprengstoffweste entdeckt worden.

Als sich der Attentäter entdeckt fühlte, versuchte er, vor den Sicherheitsleuten zu fliehen. Während er davonrannte, brachte er seine Weste zur Detonation - es muss sich um den ersten lauten Knall gehandelt haben, den viele Zuschauer des Fußball-Länderspiels am Abend wahrgenommen hatten.

Geplante Massenpanik?

Das "Wall Street Journal" zitiert zudem einen Polizisten. Demnach glauben die Ermittler, der Mann habe seine Weste vermutlich im Inneren des Stadions zünden wollen und so eine gefährliche Massenpanik auslösen wollen.

Wenige Minuten nach der ersten Explosion zündeten zwei weitere Selbstmordattentäter im Umfeld des Stadions Sprengstoff. Eine weitere Person kam dabei ums Leben.

Am Abend trat im Stade de France die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich an. Das Spiel, das 2:0 für Frankreich ausging, wurde trotz der Attentate in der französischen Hauptstadt zu Ende gespielt.

Paris war am Freitagabend von einer Anschlagserie erschüttert worden. An sechs Orten in der Metropole zündeten Attentäter Sprengsätze oder feuerten in Menschenmengen. Mindestens 129 Menschen wurden ermordet, mehr als 180 wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Auch sieben Angreifer kamen ums Leben.

Quelle: n-tv.de