Politik

David S. tötete neun Menschen Attentat von München war politisch motiviert

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Am 22. Juli 2016 erschoss der 18-jährige David S. neun Menschen und sich selbst.

(Foto: picture alliance / Peter Kneffel)

Der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum in München gilt lange als Racheakt. Jetzt wird das Attentat, bei dem David S. neun Menschen und sich selbst erschoss, neu bewertet. Die rechte Gesinnung des Täters soll bisher zu wenig berücksichtigt worden sein.

Mehr als drei Jahre nach dem Attentat am Olympia-Einkaufszentrum in München mit neun Todesopfern hat das bayerische Landeskriminalamt die Bluttat nun als politisch motiviert eingestuft. Bei der Bewertung dürfe die rechtsradikale und rassistische Gesinnung des Täters nicht vernachlässigt werden, teilte das LKA mit.

Am 22. Juli 2016 hatte der 18-jährige Schütze David S. neun Menschen und sich selbst erschossen. Es gab mehrere Verletzte. Die meisten Todesopfer hatten einen Migrationshintergrund. Der rechtsextreme David S. litt an psychischen Problemen. Das LKA schrieb nun zu dem Fall: "In Zusammenfassung der Erkenntnisse der letzten drei Jahre Ermittlungsarbeit erscheint es gerechtfertigt, von einer politischen Motivation im Sinne des Definitionssystems PMK zu sprechen." Das bundesweit einheitliche polizeiliche Definitionssystem Politisch Motivierte Kriminalität (PMK) regelt die Einstufung umfassend.

Die Ermittler hatten die Tat bisher nicht als politisch motiviert, sondern als Racheakt eingestuft, obwohl es an der rechten Gesinnung des Schützen keine Zweifel gab. An dieser Bewertung gab es heftige Kritik, unter anderem von den Grünen.

Nach den Ermittlungen wollte David S. sich für Mobbing durch Mitschüler rächen. Allerdings gebe es Anhaltspunkte, dass er seine Opfer auch aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit und Herkunft ausgesucht habe, erläuterte das LKA nun.

Quelle: ntv.de, fge/dpa