Politik

Getöteter Atomphysiker im Iran Attentatswaffe soll aus Israel stammen

Für das Attentat auf einen führenden iranischen Atomwissenschaftler soll Israel verantwortlich sein - dafür wollen iranische Medien nun einen neuen Hinweis gefunden haben. Es mehren sich zudem Rufe nach Rache.

Aus dem Iran werden nach dem tödlichen Anschlag auf den führenden Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh neue Vorwürfe gegen Israel laut. Bei dem Attentat kam einem iranischen Fernsehbericht zufolge eine israelische Waffe zum Einsatz. Es seien das Logo und Leistungsmerkmale der israelischen Rüstungsindustrie darauf entdeckt worden, berichtete das englischsprachige Press TV unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Bereits vor Ausstrahlung des Berichts sagte Israels Geheimdienstminister Eli Cohen im Hörfunk, er wisse nicht, wer für die Tötung von Fachrisadeh verantwortlich sei. Die Nachrichtenagentur Fars meldete derweil, bei der Waffe habe es sich um ein ferngesteuertes Maschinengewehr gehandelt.

Der Wissenschaftler war am Freitag in einem Auto nahe der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen worden und später seinen Verletzungen erlegen. Der Iran warf Erzfeind Israel vor, hinter der Tötung Fachrisadehs zu stecken, und droht mit Vergeltung. In westlichen Staaten und in Israel stand er im Verdacht, der Architekt eines verdeckten Atomwaffenprogramms gewesen zu sein. Der Iran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.

Fachrisadehs Tod könnte in den letzten Wochen der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump den Konflikt mit dem Iran verschärfen. Zugleich dürfte es dem designierten neuen Präsidenten Joe Biden die Bemühungen erschweren, die Entspannungspolitik aus der Zeit von Trumps Vorgänger Barack Obama wiederzubeleben.

"Märtyrertod eine Ehre"

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Fachrisadeh wurde mittlerweile in Teheran beigesetzt. Die Zeremonie wurde vom Staatsfernsehen direkt übertragen. Wegen der Corona-Krise durften nur Familienmitglieder des Physikers und hochrangige Generäle an der Beisetzung teilnehmen. "Unsere Feinde wissen, dass kein Verbrechen im Iran unbeantwortet und unbestraft bleiben wird", sagte Verteidigungsminister Amir Hatami in der Trauerrede. Auch sollten die "Terroristen" wissen, dass der Märtyrertod im Iran eine Ehre sei. Der tödliche Anschlag werde den Fortschritt des iranischen Atomprogramms nicht stoppen, da Fachrisadehs Weg "noch konsequenter" von iranischen Wissenschaftlern fortgesetzt werde.

Für die Ermordung des Atomphysikers fordern die Hardliner im Land Rache. Ihr Sprachrohr, die Tageszeitung "Kejhan", verlangt gar einen militärischen Angriff auf die israelische Hafenstadt Haifa. Präsident Hassan Ruhani jedoch warnt vor einer drastischen Reaktion, da die Attentäter genau dies bezwecken wollten, um einen neuen Konflikt mit dem Iran zu provozieren.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts