Politik

Auch Spanien beteiligtNach Drohnenangriff läuft Militärhilfe für Zypern an

05.03.2026, 16:03 Uhr
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Großbritannien kündigt an, unter anderem den Zerstörer HMS Dragon zum Schutz der Basis ins östliche Mittelmeer zu entsenden. (Foto: picture alliance / empics)

Während des Nahost-Kriegs trifft eine mutmaßlich iranische Drohne einen britischen Militärstützpunkt in Zypern. Mehrere EU-Länder schicken nun Hilfe - doch Kritik, besonders an Großbritannien, wächst.

Nach dem jüngsten Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri nahe Limassol wollen Großbritannien und Zypern die Luftabwehr der Mittelmeerinsel verstärken. Dies erklärte der britische Verteidigungsminister John Healey nach einem Treffen mit seinem zyprischen Kollegen Vasilis Palmas, wie der zyprische Staatssender RIK berichtete. Zudem wächst die Militärhilfe anderer europäischer Länder. So wird sich auch Spanien mit einer Fregatte beteiligen. Berlin hingegen nicht.

In der Nacht zum Montag hatte eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen. Ein Regierungssprecher in London bestätigte, dass ein Hangar getroffen wurde. Dabei seien jedoch nur minimale Schäden entstanden. Es handelte sich demnach um eine Drohne vom Typ Shahed, die aber nicht vom Iran aus gestartet worden sei. Über die mutmaßliche Herkunft der Drohne konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen.

Zwei weitere Drohnen wurden anschließend abgefangen. Seitdem wird beim kleinsten Verdacht eines neuen Angriffs wieder Alarm in den britischen Stützpunkten geschlagen. Binnen kurzer Zeit wird wieder Entwarnung gegeben. Das versetze die Menschen auf Zypern in Angst, berichteten zyprische Medien.

Auf Zypern wächst die Kritik

Aus Solidarität mit Zypern haben mehrere europäische Staaten ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt. Frankreich hat nach zyprischen Regierungsangaben bereits eine Fregatte ins östliche Mittelmeer verlegt und plant, Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme auf die Insel zu bringen. Auch Italien und Spanien haben angekündigt, Schiffe in die Region zu entsenden. Griechenland hat bereits vier F-16-Kampfjets nach Zypern entsandt; zwei griechische Fregatten trafen vor der Insel ein.

Madrid werde die Fregatte "Cristóbal Colón" entsenden, um "Schutz und Luftverteidigung" für Zypern zur Verfügung zu stellen und "jegliche Evakuierung von Zivilisten" zu unterstützen, erklärte das spanische Verteidigungsministerium. Den spanischen Angaben zufolge befindet sich die "Cristóbal Colón" derzeit noch in der Ostsee und soll am 10. März zunächst die griechische Insel Kreta erreichen. Es soll sich dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und griechischen Marineschiffen anschließen. Spanien sah sich zuletzt heftiger Kritik aus den USA ausgesetzt, weil Madrid Washington die Nutzung seiner Stützpunkte für Angriffe auf den Iran untersagt.

Frankreich, Italien und Griechenland würden "die Entsendung militärischer Mittel nach Zypern und in den östlichen Mittelmeerraum koordinieren", verlautete aus dem Umfeld des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Darauf habe Macron sich telefonisch mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis geeinigt, hieß es weiter.

Deutschland plane "derzeit keine zusätzlichen deutschen militärischen Fähigkeiten" über die laufenden Einsätze in der Region hinaus, erläuterte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der deutsche Fokus liege weiterhin "auf signifikanten Beiträgen an der Ostflanke" sowie der Nordflanke der Nato. Die Fregatte "Sachsen" nimmt demnach derzeit an der Nato-Übung Cold Response vor der Küste Norwegens teil.

Zyprische Medien kritisieren zunehmend die aus ihrer Sicht späte Reaktion Großbritanniens beim Schutz seiner Stützpunkte. Die britische Regierung hatte angekündigt, unter anderem den Zerstörer HMS Dragon zum Schutz der Basis ins östliche Mittelmeer zu entsenden. Das Kriegsschiff wird jedoch erst in der kommenden Woche vor Ort erwartet. Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer geriet auch in Großbritannien in die Kritik, nicht ausreichend auf den Krieg im Iran vorbereitet gewesen zu sein.

Zuletzt lag die "HMS Dragon" noch im britischen Hafen Portsmouth vor Anker und sollte mit Munition beladen werden, wie britische Medien unter Berufung auf Regierungsangaben berichteten. Mehrere Hubschrauber mit Fähigkeiten zur Drohnenabwehr sollen dagegen bereits in dieser Woche auf Zypern eintreffen.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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