Politik

Castro hört noch einmal Applaus Auf Kuba endet die Zeit der Revolutionäre

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Fidel Castro bleibt der "Máximo Líder"

(Foto: AP)

Der Parteikongress in Kuba bringt keine großen Überraschungen: Der 84-jährige Staatschef Raúl Castro bleibt an der Parteispitze, sein Reformprogramm wird kritiklos hingenommen. Sein prominenter Bruder lässt sich feiern - mit ein wenig Wehmut.

Kubas früherer Machthaber Fidel Castro hat sich mit Wehmut von dem Kongress der Kommunistischen Partei seines Landes verabschiedet. "Vielleicht ist es eines der letzten Male, dass ich in diesem Saal spreche", sagte der 89-Jährige beim Abschluss des viertägigen Parteitages in Havanna. Der frühere Staatschef war mit stehendem Applaus und "Fidel, Fidel"-Rufen von den über 1000 Delegierten und Gästen empfangen worden. Seinem Bruder, dem jetzigem Staatschef Raúl Castro, dankte Fidel für dessen "ausgezeichnete Mühen" an der Spitze des Landes.

Der charismatische Fidel Castro regierte den Karibikstaat fast ein halbes Jahrhundert lang nach dem Sieg der Revolution von 1959. Unter seiner Führung wurde auf Kuba ein Einparteiensystem nach sowjetischem Vorbild aufgebaut. 2006 musste er krankheitsbedingt die Macht an seinen Bruder Raúl abgeben. Seitdem ist der früher allgegenwärtige "Máximo Líder" nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen.

Der 84-jährige Raúl Castro wurde auf dem Parteitag wie erwartet als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei (PCC) wiedergewählt. Mit dem 85 Jahre alten José Ramón Machado Ventura blieb zudem noch ein alter Revolutionär Vizechef der einzig erlaubten politischen Partei im Karibikstaat.

Die Spitze verjüngt sich

Der Parteitag unterstützte wie erwartet den Kurs der Partei- und Staatsführung einstimmig. Demnach sollen die in den vergangenen Jahren angestoßenen marktwirtschaftlichen Reformen vertieft werden. Nach Worten von Staatschef Castro soll in den nächsten fünf Jahren zudem der Generationswechsel an der Spitze des Landes langsam vollzogen werden.

Der aktuelle Parteitag wird voraussichtlich der letzte sein, bei dem die historische Revolutionsgarde federführend mitwirkt. Raúl Castro hat bereits seinen Rücktritt als Staatschef für 2018 angekündigt.

Raúl Castro hatte in den Tagen zuvor einen Plan zur allmählichen Verjüngung der Parteispitze ins Gespräch gebracht. Bis zum nächsten Parteikongress in 2021 solle unter anderem eine Obergrenze von 60 Jahren für den Eintritt von Neumitgliedern in das Zentralkomitee eingeführt werden. Dafür müsse eine Verfassungsänderung vorbereitet werden.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa