Politik

Ex-Finanzminister auf Röslers Spuren "Austritt Griechenlands nicht gravierend"

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Waigel wundert sich darüber, dass es die griechischen Politiker so weit haben kommen lassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wirtschaftsminister Rösler sagt, der Euro-Austritt Griechenlands hätte seinen Schrecken verloren. Er glaubt nicht daran, dass Athen die Auflagen für weitere Finanzhilfen erfüllen kann und erntet damit Kritik. Doch mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Aus dem Munde des früheren Finanzministers Waigel erklingen auffällig zustimmende Töne.

Selbst Philipp Röslers Parteikollegen fragen sich "auf welchem Planeten" ihr Wirtschaftsminister eigentlich lebt. Der FDP-Politiker sagte in der ARD: Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone habe seinen Schrecken verloren. Er ergänzte: Er sei "mehr als skeptisch", dass Athen die Auflagen für weitere Finanzhilfen noch erfüllen kann. Völlig unprofessionell – so lautet das einhellige Urteil selbst unter Liberalen. Schließlich geht es in Krisentagen wie diesen darum, das Vertrauen in Griechenland und die Euro-Zone zu stärken. Darüber hinaus ist die Troika aus  EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF)

Doch mit seiner Meinung steht Rösler gar nicht so allein da wie es erscheint. Unerwartete Schützenhilfe bekommt er jetzt von Theo Waigel. Die CSU-Größe lenkte die deutsche Finanzpolitik unter Helmut Kohl fast zehn Jahre lang.

Bei n-tv sagt Waigel nun zu einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone: "Es ist heute nicht mehr so gravierend wie vor zwei Jahren, da wäre die Ansteckungsgefahr für andere Länder größer gewesen." Waigel zeigt sich überzeugt, dass der Euro den Ausstieg Athens verkraften kann.

Waigel warnt vor Euro-Austritt Deutschlands

Er räumt allerdings ein, dass ein Umstieg auf eine neue Währung die Griechen schwer treffen könnte. "Die Inflation würde sofort in die Höhe schnellen, die Leute würden nicht mehr mit stabilem Geld ausbezahlt." Der 73 Jahre alte Schwabe wundert sich darüber, dass es die griechischen Politiker so weit haben kommen lassen.

Äußerst besorgt um Deutschland zeigt er sich, falls es letztlich doch zu einem Ende des Euros kommen sollte. Zunächst würden die Finanzmärkte die dann neue deutsche Währung kräftig aufwerten. Waigel spricht von 20 bis 30 Prozent. Das, so befürchtet er, wäre mit einem "unglaublichen Wachstumsverlust" verbunden. "Unser Wirtschaftspotenzial wäre erheblich geschwächt."

Quelle: ntv.de, ieh

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