Politik

Anschlag in türkischer Kurdenhochburg Autobombe reißt acht Menschen in den Tod

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Die Explosion ereignete sich vor dem Polizeigebäude in Diyarbakir.

(Foto: AP)

Nach der Festnahme von führenden Politikern der türkischen Oppositionspartei HDP kommt es in Diyarbakir zu einer Explosion nahe einer Polizeistation. Neben acht Toten soll es über hundert Verletzte geben. Ankara macht die PKK verantwortlich.

Bei dem Anschlag in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir sind nach Regierungsangaben mindestens acht Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden. Der türkische Regierungschef Binali Yildirim machte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Autobombenanschlag auf das Polizeihauptquartier in der Kurdenmetropole verantwortlich. Unter den Todesopfern seien zwei Polizisten. Die PKK habe "erneut ihr perfides Gesicht" gezeigt und ein Auto "voll mit Sprengstoff" zur Explosion gebracht.

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Nach der Explosion verhängen die Behörden eine Nachrichtensperre.

(Foto: REUTERS)

Die Detonation ereignete sich wenige Stunden nach der Festnahme der Chefs der prokurdischen Oppositionspartei HDP in einer Serie nächtlicher Razzien, mit denen die türkischen Behörden ihr Vorgehen gegen Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan massiv ausweiteten.

Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre. Anwohner sagten jedoch, die Detonation habe sich am Morgen in der Nähe des Polizei-Hauptquartiers der Provinz Diyarbakir ereignet. Polizisten gaben demnach Warnschüsse ab, als aufgebrachte Anwohner regierungskritische Slogans riefen. Die örtliche Regierung machte die PKK für die Explosion verantwortlich und sprach von einem Autobombenanschlag. Zwei Bewohner der Stadt berichteten, dass vor dem Polizeigebäude ein Kleinbus explodierte. Hubschrauber kreisten über der Stadt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zu der Detonation sei es neben einem Anbau des Polizei-Hauptquartiers gekommen.

Bei nächtlichen Razzien hatte die Polizei wenige Stunden zuvor elf HDP-Abgeordnete festgenommen, darunter die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war im Mai ihre Immunität aufgehoben worden. Erdogan beschuldigt die HDP, der verlängerte Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP/dpa