Politik

Weihnachtsbotschaft an Europa Aylans Vater bittet um "ein wenig Mitgefühl"

Das Bild des kleinen Aylan, der tot an einen türkischen Strand gespült wurde, ging um die Welt. Es zeigt auf schockierende Weise das Ausmaß der Flüchtlingskrise. Sein Vater ruft nun dazu auf, den Syrern zu helfen.

Der Vater des dreijährigen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi, der tot an einem Strand in der Türkei gefunden wurde, hat zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge aufgerufen. "Ich wünsche mir, dass die ganze Welt ihre Türen für Syrer öffnet", sagte der aus dem nordsyrischen Kobane stammende Abdullah Kurdi in einer Videobotschaft, die der britische Sender Channel 4 am ersten Weihnachtstag senden will. "Wenn jemand einem Menschen die Tür vor der Nase zuschlägt, ist das sehr schwierig", so Kurdi. "Wenn eine Tür geöffnet wird, fühlt man sich nicht mehr gedemütigt."

Aylan war im September ertrunken, als er mit seiner Familie in einem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland übersetzen wollte. Auch seine Mutter Rihana und sein vierjähriger Bruder Ghilab starben, als das Boot kenterte. Das schockierende Foto von Aylans Leiche ging um die Welt. Es wurde zum Symbol für die Flüchtlingskrise und erhöhte den Handlungsdruck auf die politischen Verantwortlichen.

Abdullah Kurdi war nach der Tragödie nach Kobane zurückgekehrt, um seine Angehörigen zu beerdigen, und lebt nun im nordirakischen Erbil. "Zu diesem Zeitpunkt des Jahres möchte ich Sie bitten, an den Schmerz von Vätern, Müttern und Kindern zu denken, die Frieden und Sicherheit wollen", sagte er. "Wir bitten nur um ein wenig Mitgefühl von Ihnen."

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass mehr als eine Million Flüchtlinge in diesem Jahr nach Europa gelangt seien. 970.000 von ihnen seien über das Mittelmeer gekommen, davon stammten mehr als die Hälfte aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Immer wieder kommen bei der gefährlichen Überfahrt Menschen ums Leben, weil die Boote der Schlepper teils seeuntauglich sind. Erst am Dienstag starben zehn Menschen, als ihr Boot in der Ägäis kenterte.

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP

Mehr zum Thema