Politik

Mehr Geld für Fleisch? Bartsch: "Preisdebatte vergiftet Diskussion"

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Soziale Spaltung wegen teurer Schnitzel? Zwischen Linksfraktionschef Bartsch und Grünen-Chef Habeck ist ein Streit entbrannt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Grünen wollen über höhere Fleischpreise die Produktionsbedingungen verbessern. Die Linkspartei nennt diesen Ansatz falsch. Höhere Preise erhöhten lediglich die Gewinne des Handels, argumentiert Fraktionschef Bartsch gegenüber ntv.de.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, legt in der Debatte über höhere Fleischpreise nach. "Eine hysterische Preisdebatte schadet und erschwert letztlich Veränderungen, weil sie die öffentliche Diskussion vergiftet", sagte er ntv.de. Und weiter: "Wer glaubt, dass höhere Preise an sich etwas an den Bedingungen für Arbeiter und Tiere ändern, liegt falsch. Höhere Preise erhöhen zunächst die Gewinne des Handels."

Bartsch zog einen Vergleich zur Modebranche: "Luxusmode hat Höchstpreise, aber oft mieseste Standards und schlechteste Arbeitsbedingungen", sagte Bartsch und forderte statt einer Preisdebatte Strukturveränderungen: "Mindestlohn von zwölf Euro, lückenlose Kontrollen, konsequente Strafen und weg von massenhaften Antibiotika."

Habeck fordert Mindestpreis für Fleisch

Forderungen nach höheren Fleischpreisen waren zuvor von den Grünen laut geworden. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verteidigte Parteichef Robert Habeck seine Position: Niedrigpreise entwerteten die Arbeit von Bauern und machten Tiere zu Rohstofflieferanten. "Deswegen sollten Dumpingangebote verboten werden, das hieße konkret, einen Mindestpreis für tierische Produkte festzusetzen, eine unterste Haltelinie", sagte er.

Gegen Einwände der Linken verteidigte sich Habeck so: "Die soziale Spaltung im Land ist ein Problem, aber man sollte sie nicht aufs Schnitzel verengen. Armut, soziale Ungerechtigkeit brauchen grundlegende Antworten", sagte er weiter. "Die Dumpingbedingungen, unter denen Bauern wirtschaften, sind alles andere als sozial gerecht."

Quelle: ntv.de, jog