Politik

Corona "jeden Tag gefährlicher" Bayern plant mehr als 100 Testzentren

Bayerns Ministerpräsident Söder warnt erneut mit eindringlichen Worten vor dem Corona-Infektionsrisiko. Das Virus sei gefährlicher als bisher angenommen. Der CSU-Chef will deshalb die Testkapazitäten im Land massiv ausbauen. Reiserückkehrer sollen sich zudem künftig zweimal testen lassen.

In ganz Bayern soll es in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren geben. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, also rund 100 an der Zahl. Das hat das Kabinett in einer Videokonferenz beschlossen. CSU-Ministerpräsident Markus Söder sagte anschließend in Nürnberg, die Menschen sollten sich schnell und unbürokratisch testen lassen können und dafür nicht mehr zum Arzt gehen müssen.

134634430.jpg

Bayerns Ministerpräsident Söder tagte mit seinem Kabinett per Videokonferenz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Reiserückkehrer sollten sich nach Worten Söders künftig zweimal testen lassen: einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen, und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später. Dazu sollen die Testkapazitäten in Bayern weiter massiv ausgebaut werden - von derzeit 55.000 pro Tag auf dann "weit über 200.000 pro Tag". Und: Die bisherigen Corona-Testzentren an der Grenze sollen nach Worten Söders weiter professionalisiert werden, damit Testergebnisse schneller als bisher ermittelt werden und schneller übertragen werden könnten.

Söder warnte zudem vor einem wachsenden Infektionsrisiko durch das Coronavirus. "Corona wird jeden Tag gefährlicher", sagte der CSU-Chef. Corona sei in ganz Europa auf dem Vormarsch. Zugleich nähmen Leichtsinn und Unvernunft zu, wie Söder es formulierte. Daher müssten die Menschen zu der Vorsicht zurückkehren, die in den vergangenen Wochen ein guter Schutz gewesen sei. Immer mehr Infizierte klagten auch nach Monaten noch über Spätfolgen wie fehlenden Geruchssinn. Das zeige, dass Corona viel heimtückischer und gefährlicher sei als bislang angenommen. Daher müsse mit Umsicht reagiert werden.

Entscheidung über Maskenpflicht an Schulen erst später

Bayern hat dem Bund außerdem vorgeschlagen, im Ausland weitere Regionen als Corona-Risikogebiete zu definieren. "Die Ausweitung kann deutlich dynamischer erfolgen als in der Vergangenheit", sagte Söder. Die bisherigen Tests bei Reiserückkehrern hätten gezeigt, dass viele positiv Getestete auch aus Gebieten zurückkämen, die derzeit nicht als Risikogebiete gelten. Derzeit sind rund 130 der knapp 200 Länder der Welt als Risikogebiete definiert.

Mehr zum Thema

In der Debatte über eine mögliche Maskenpflicht an Schulen im Unterricht will sich die bayerische Staatsregierung noch nicht festlegen. Darüber solle laut Söder bis zur Kabinettssitzung am 1. September entschieden werden - die Schule startet eine Woche später, am 8. September. Dann wolle er unter anderem mit Lehrervertretern sprechen. Wichtig seien die ersten zwei Wochen als Startphase mit klaren Regeln. Jede Schule müsse wissen, wie bei einem Infektionsfall zu handeln sei.

Kultusminister Michael Piazolo hatte zuletzt einen Vier-Stufen-Plan vorgelegt, nach dem jedenfalls bis zum Platz im Klassenzimmer eine Maskenpflicht gelten soll, auch in Grundschulen. Bei hohen Infektionszahlen soll es eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben. Fraglich ist aber, ob eine generelle Maskenpflicht auch im Unterricht droht - Nordrhein-Westfalen hat dies für weiterführende Schulen so entschieden.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa