Politik

Ermittlungen wegen Betrugs Beamte durchsuchen Awo-Büros

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Auch Geschäftsräume der Frankfurter Awo waren von den Maßnahmen betroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Luxus-Dienstwagen, teure Übernachtungen im Hotel und exorbitant hohe Gehälter: Verschiedene Kreisverbände der Arbeitwohlfahrt stehen seit Wochen in der Kritik. Gegen einzelne Personen im Umfeld der Organisation ermitteln die Behörden. Der Vorwurf lautet Betrug.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben mehrere Wohnungen und Büros von Verantwortlichen der Frankfurter und Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt (Awo) durchsucht. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte mit, Durchsuchungen liefen in sechs Privatwohnungen und acht Geschäftsräumen in Frankfurt am Main, Wiesbaden, Berlin, Bad Schwalbach (Rheingau-Taunus-Kreis) und Schöneck (Main-Kinzig-Kreis). 84 Beamten waren an den Aktionen beteiligt.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zwei Frauen und vier Männer im Alter zwischen 40 und 63 Jahren, die bei der Awo in Frankfurt beziehungsweise Wiesbaden - teilweise in beiden Kreisverbänden gleichzeitig - zum Teil ehrenamtlich in leitenden Funktionen tätig waren. Gegen sie werde wegen Betrugs zum Nachteil der Stadt Frankfurt ermittelt. Sie sollen zwei Flüchtlingsunterkünfte betrieben und dabei falsche Personalkosten im hohen sechsstelligen Bereich abgerechnet haben.

Darüber hinaus bestehe der Verdacht der Untreue zum Nachteil der Awo "wegen der Vereinbarung und Entgegennahme satzungswidriger Vergütungen bzw. ungerechtfertigter Honorarzahlungen sowie der Gewährung einer überhöhten Dienstwagenpauschale." Im Zuge der Durchsuchungen seien zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sichergestellt worden. Eine anonyme Strafanzeige sowie Medienberichte haben der Sprecherin zufolge zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens geführt.

Die betreffenden Kreisverbände stehen seit geraumer Zeit in der Kritik. Im Dezember trat das komplette Präsidium der Frankfurter Awo zurück. "Zweifelsohne sind im Kreisverband Frankfurt Fehler gemacht worden", hieß es. "Nach allem, was wir bis jetzt wissen, haben einzelne Personen, denen wir in der Vergangenheit vertrauten, wohl Maß und Mitte verloren." Berichte über Luxus-Dienstwagen, teure Hotelübernachtungen und ungewöhnlich hohe Gehälter für einige Mitarbeiter hatten zuvor bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa