Politik

Razzia bei Kreml-Kritiker Behörden gehen gegen Nawalny vor

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Kämpfer gegen Korruption: Kreml-Kritiker Nawalny.

(Foto: REUTERS)

Alexej Nawalny steht im Fadenkreuz der russischen Behörden. In Moskau wird sein Büro von Beamten durchsucht. Der Kreml-Kritiker wird sogar abgeführt. Laut dem 43-Jährigen sei ein Video über Regierungschef Medwedew Grund für die Razzia.

Maskierte Einsatzkräfte sind in Moskau gegen den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny mit Gewalt vorgegangen. Er sei abgeführt, aber nicht festgenommen worden, teilte Nawalny auf Twitter mit. Zudem wurde das Büro seiner Anti-Korruptions-Stiftung in Moskau von der Polizei durchsucht, meldete seine Sprecherin Kira Jarmisch. Nawalny verbreitete auf Twitter ein Video vom Beginn der Razzia. Darauf ist zu sehen, wie die Tür seiner Stiftung mit einer Bohrmaschine und einer Säge aufgebrochen wird. Die russischen Behörden äußerten sich zunächst nicht dazu.

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Auf Instagram veröffentlichte Nawalny ein Foto von sich in Begleitung von Männern mit schwarzen Uniformen, Masken und Helmen. Der 43-Jährige teilte mit, dass der Sicherheitsapparat auf seine Organisation FBK gehetzt worden sei, weil diese sich weigere, ein Video mit Korruptionsvorwürfen gegen Regierungschef Dmitri Medwedew bei YouTube zu löschen. Das Video sahen bisher fast 33 Millionen Menschen.

Nawalny ist einer der prominentesten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Die Stiftung des Anwalts deckt immer wieder Fälle von Korruption und den dekadenten Lebensstil von Vertretern der russischen Führung auf. Am Mittwoch hatte Nawalny im Internet gegen die "Entführung" seines Weggefährten Ruslan Schaweddinow protestiert. Der 23-Jährige wurde demnach widerrechtlich zum Militärdienst eingezogen und in eine entlegene Basis in der Arktis gebracht, wo er als "politischer Gefangener" festgehalten werde.

Schon mehrfach ist Nawalny festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden. In den vergangenen Monaten hatten die russischen Behörden den Druck auf ihn und seine Unterstützer noch einmal erhöht. Im Oktober stufte die Regierung Nawalnys Stiftung als "ausländischer Agent" ein. Diese Bewertung ermöglicht dem Kreml eine schärfere Überwachung. Gegen die Stiftung wird zudem wegen angeblicher Geldwäsche ermittelt.

Im Sommer hatte Nawalny Massenproteste für faire Kommunalwahlen in Moskau mitorganisiert. Nach zahlreichen Großdemonstrationen der Opposition büßten die kremltreuen Parteien einen Großteil ihrer Mandate ein. Nawalny verbüßte im Juli und August eine 30-tägige Haftstrafe, weil er nicht genehmigte Demonstrationen organisiert hatte.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP