Politik

Bei Kämpfen gegen Assad Bekannter syrischer Fußballer getötet

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Al Sarut wurde mehrmals im Krieg verwundet.

(Foto: dpa)

Baset Al-Sarut war einer der ersten syrischen Sportler, der sich dem Widerstand gegen Präsident Assad anschloss. Dabei sang er nicht nur Protestlieder, sondern kämpfte auch als Kommandeur. Nun ist er nach schweren Kämpfen gestorben - wie zuvor bereits sein Vater und vier Brüder.

Ein bekannter syrischer Fußballer, der sich Rebellen gegen Präsident Baschar al-Assad angeschlossen hatte, ist Aktivisten zufolge bei Gefechten ums Leben gekommen. Abdel Baset Al-Sarut sei bei Kämpfen in der Provinz Hama schwer verwundet worden, sagte der Sprecher einer Rebellengruppe. Der 37-Jährige sei zur ärztlichen Behandlung in die Türkei gebracht worden und dort an diesem Samstag gestorben.

Al-Sarut war einer der ersten Sportler, die sich 2011 dem bewaffneten Widerstand gegen Assad anschlossen. Der Torwart, der für die Jugend-Nationalmannschaft Syriens gespielt hatte, schrieb damals Protestlieder und wurde zu einer der bekanntesten Stimmen der Revolution in Homs.

Nach der brutalen Niederschlagung der damals noch friedlichen Revolution durch die Assad-Regierung schloss sich al-Sarut den bewaffneten Rebellen an. Ein 2014 beim kalifornischen Sundance-Filmfestival ausgezeichneter Dokumentarfilm des syrischen Regisseurs Talal Derki folgte al-Sarut auf dem Weg vom Anführer ziviler Proteste hin zum Kämpfer der Rebellen.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge kamen in vergangenen Jahren auch Al-Saruts Vater sowie vier seiner Brüder ums Leben. Al-Sarut selbst hatte im Lauf des Bürgerkriegs unter anderem als Kommandeur gekämpft und wurde mehrmals verwundet.

Offensive auf Idlib

Seit 2015 hat die Assad-Regierung mit Unterstützung Russlands die Kontrolle über fast 60 Prozent des Landes wiedererlangt. Weite Teile des Nordwestens sowie die Region Idlib werden von Rebellen kontrolliert. Bei fast der Hälfte der drei Millionen Bewohner der Region Idlib handelt es sich um Vertriebene aus anderen Landesteilen. Ein bereits im vergangenen September geschlossener Waffenstillstand für die Region wird immer wieder gebrochen. Seit April hat die Assad-Regierung mit russischer Unterstützung die Luft- und Raketenangriffe in der Region Idlib wieder verstärkt.

Der Syrischen Beobachtungsstelle zufolge holten die islamistische Miliz Hajat Tahrir al-Scham und verbündete Rebellengruppen am Donnerstag im Norden der Region Hama zur Gegenoffensive gegen Regierungstruppen aus. Bei den Kämpfen seien neben al-Sarut Dutzende weiterer Rebellen getötet worden.

Bei der Offensive der Regierungstruppen seit Ende April wurden der Beobachtungsstelle zufolge fast 170 Kämpfer und 300 Zivilisten getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen mussten 270.000 Menschen wegen der Gewalt ihre Häuser verlassen. Zudem wurden nach UN-Angaben seit Ende April 24 medizinische Einrichtungen von Raketen getroffen. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor acht Jahren sind mehr als 370.000 Menschen getötet worden, Millionen weitere wurden vertrieben.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

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