Politik

Wahl in Frankreich Belgische Medien: Macron führt deutlich

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Macron ging als Favorit in die Stichwahl - und scheint auf der Siegerstraße zu sein.

(Foto: dpa)

Amtsinhaber Macron führt nach belgischen Medienberichten bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Demnach liegt er vor seiner Konkurrentin Le Pen, heißt es unter Berufung auf Umfragen bis 17 Uhr. Die Wahllokale schließen allerdings erst um 20 Uhr.

Noch ist die Wahl in Frankreich nicht vorbei, doch laut belgischen Medienberichten liegt Amtsinhaber Emmanuel Macron deutlich in Führung vor seiner Kontrahentin Marine Le Pen. Das berichteten der belgische Sender RTBF und die Zeitung "La Libre" am frühen Abend unter Berufung auf Umfragen bis 17 Uhr. Demnach liegt Präsident Macron mit 55 bis 58 Prozent der Stimmen vor der Spitzenkandidatin des Rassemblent National. Nach französischem Recht dürfen solche Befragungen erst mit Schließung der Wahllokale um 20 Uhr veröffentlicht werden.

Die Zeitung "La Libre" beruft sich auf vier französische Meinungsumfragen unter Wahlberechtigten, die bereits ihre Stimme abgegeben hatten. Erste Hochrechnungen werden jedoch erst nach 20 Uhr erwartet. Vor fünf Jahren hatte Macron Le Pen ebenfalls in der Stichwahl geschlagen. Damals kam er auf 66,1 Prozent der Stimmen, seine Kontrahentin auf 33,9.

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Auch in Umfragen vor der Wahl hatte Macron vorn gelegen - darin war ihm ein ähnlicher Vorsprung attestiert worden. Das Innenministerium hatte gegen 17 Uhr mitgeteilt, dass bis dahin 63,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten - das waren etwa zwei Prozentpunkte weniger als 2017 zu diesem Zeitpunkt. Beim ersten Wahlgang vor vierzehn Tagen hatte die Wahlbeteiligung am Ende bei 74,0 Prozent gelegen.

Eine geringe Wahlbeteiligung birgt für Macron Gefahren. So könnten sich etwa viele Wähler des linksextremen Kandidaten Jean-Luc Mélenchon schwertun, dem wirtschaftsliberalen Macron ihre Stimme in der Stichwahl zu geben. Mélenchon hatte in der ersten Runde der Wahl die Stichwahl verpasst, aber mit 22 Prozent das drittbeste Ergebnis nach Macron (27,8) und Le Pen (23,2) geholt. Der Spitzenkandidat gab anschließend keine ausdrückliche Wahlempfehlung für den Präsidenten ab, sondern sagte lediglich, man solle nicht Le Pen die Stimme geben. Die Mélenchon-Wähler könnten der Wahl fernbleiben.

Hohe Enthaltung hilft Le Pen

Analysten warnen, dass eine hohe Enthaltung den Abstand zwischen Macron und Le Pen verringern und damit zu einem "echten Risiko" für den liberalen Amtsinhaber werden könnte. Auch Macron und seine Verbündeten wiesen immer wieder darauf hin, dass die vielen Wähler, die 2016 in Erwartung eines klaren Ergebnisses in Großbritannien und den USA zu Hause geblieben waren, erst den Brexit und die Wahl von Donald Trump an die US-Staatsspitze ermöglicht hatten.

Macron gab seine Stimme bereits am Mittag ab. Der Liberale wählte gemeinsam mit seiner Frau Brigitte am Mittag im nordfranzösischen Le Touquet-Paris-Plage, einem Küstenort am Ärmelkanal, rund 250 Kilometer von Paris entfernt. Im Stadtzentrum der Küstengemeinde und vor dem Wahllokal hatten Hunderte Menschen auf das Ehepaar Macron gewartet. Der Präsident schüttelte minutenlang Hände, gab Autogramme und ließ Fotos mit sich schießen. Le Pen wählte am Vormittag bereits im nordfranzösischen Hénin-Beaumont bei Lille.

Quelle: ntv.de, vpe/kst/rts

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