Politik

Respektlos gegenüber Christen?Bericht: Israelischer Soldat hält Jungfrauen-Statue Zigarette an den Mund

07.05.2026, 10:59 Uhr
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Der erste Vorfall in Debel löste auch in Israel Entsetzen aus. (Foto: Social Media via REUTERS)

In einem christlichen Dorf im Süden des Libanon sorgt die Zerstörung einer Jesus-Figur durch einen israelischen Soldaten für Aufsehen. Die israelische Armee entschuldigt sich. Das scheint manche Soldaten aber nicht vorsichtiger gemacht zu haben. Wieder wird ein brisantes Foto öffentlich.

Die israelische Armee steht nach einem erneuten Vorfall mit einer christlichen Statue im Süden des Libanon in der Kritik. Ein auf X kursierendes Foto zeigt einen rauchenden israelischen Soldaten, der einer Statue der Jungfrau Maria eine Zigarette an den Mund hält. Der Vorfall werde untersucht, teilte die israelische Armee der Zeitung "Times of Israel" mit. Accounts mit größerer Reichweite teilten das Foto und sprachen von "anti-christlichem" Verhalten oder "Respektlosigkeit" gegenüber Christen.

Dem Bericht zufolge wurde das Foto im Dorf Debel aufgenommen, in dem im vergangenen Monat bereits ein ähnlicher Vorfall für Entsetzen gesorgt hatte. Auf einer von der israelischen Armee veröffentlichten Aufnahme war damals zu sehen, wie ein Soldat mit einem Hammer auf die von einem Holzkreuz gefallene Jesus-Figur einschlägt.

Das israelische Militär ersetzte die Figur danach eigenen Angaben zufolge "in enger Abstimmung mit der lokalen Bevölkerung". Einwohner eines Dorfes im Südlibanon waren allerdings nicht zufrieden mit der bereitgestellten Jesus-Figur. Die von der Armee gebrachte Figur habe anders ausgesehen als die beschädigte, sagten Einwohner von Debel. Sie sei deshalb durch eine neue ersetzt worden.

Auf einem Bild war zu sehen, dass die neue Statue der beschädigten ähnlich sieht. Sie zeigt Jesus Christus am Kreuz und ist farblich einem echten Menschen nachempfunden. Die von Israels Armee besorgte wiederum zeigte Jesus als goldene Figur am Kreuz.

Ein Militärgericht in Israel hatte 30 Tage Haft für zwei Soldaten in dem Fall angeordnet - für denjenigen, der die Figur beschädigt hat und für einen weiteren Soldaten, der die Tat fotografiert hat. Israels Armee befindet sich trotz derzeit geltender Waffenruhe weiterhin im Südlibanon. Rund jeder dritte Einwohner dort ist Christ. 

In Israel leiden Christen vor allem in Jerusalem seit einiger Zeit vermehrt unter Anfeindungen, Betroffene berichten etwa immer wieder von Spuck-Attacken. Zuletzt sorgte ein Angriff eines jüdischen Einwohners auf eine Nonne für Aufsehen.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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