Politik

Geheimgespräche im Jemen? Bericht: Saudi-Arabien verhandelt mit Huthis

100531398_lay.jpg

Anwohner begutachten ein durch saudische Luftangriffe zerstörtes Haus in der Hauptstadt Sanaa.

picture alliance / Hani Al-Ansi/

Seit über drei Jahren tobt im Jemen ein in Europa kaum beachteter grausamer Krieg. Nun nähern sich die Konfliktparteien erstmals an, allerdings nur im Geheimen.

Saudi-Arabien und die mit ihm verfeindeten Huthi-Rebellen führen Geheimgespräche zur Beendigung des Kriegs im Jemen. Es gebe Beratungen zwischen beiden Seiten, erfuhren Medienvertreter von Diplomaten und Politikern aus dem Jemen. Huthi-Sprecher Mohammed Abdul-Salam habe direkt mit saudiarabischen Vertretern in Oman kommuniziert.

Die Huthis und die gegen sie kämpfende Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens wollten beide auf ein umfassendes Abkommen hinarbeiten. Ein Vertreter der von Saudi-Arabien unterstützten, international anerkannten Regierung des Jemen sei an den Gesprächen nicht beteiligt. Ein Sprecher der Allianz wies die Angaben zurück. Saudi-Arabien führe keine Verhandlungen mit den Huthis. Von den Rebellen war keine offizielle Stellungnahme zu erhalten.

Im verarmten Jemen tobt seit drei Jahren ein Krieg. Die Huthis hatten die Hauptstadt Sanaa erobert, die jemenitische Regierung ging ins saudiarabische Exil. Saudi-Arabien griff in den Konflikt in seinem Nachbarland ein, weil es den Huthis vorwirft, mit dem Erzrivalen Iran gemeinsame Sache zu machen und dieser sich so Einfluss bis an die Landesgrenze des Königreichs zu sichern versuche. Die Huthis haben dementiert, Unterstützung aus dem Iran zu erhalten.

Quelle: n-tv.de, lou/rts

Mehr zum Thema