Politik

Nicht mehr Schlusslicht Berlin hat einen neuen Feiertag

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Der Feiertag wird schon in wenigen Wochen erstmals gelten.

(Foto: imago/Christian Spicker)

Bislang gehörte die Hauptstadt zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen. Dies hat die rot-rot-grüne Regierung nun geändert. Fortan ist der Frauentag arbeitsfrei. Zuletzt hatten mehrere Bundesländer eigene neue Feiertage beschlossen.

In Berlin ist der alljährlich am 8. März begangene Frauentag ab sofort neuer gesetzlicher Feiertag. Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmte nach zweiter Lesung abschließend für den entsprechenden Gesetzentwurf der rot-rot-grünen Landesregierung. Von den anwesenden 147 Abgeordneten stimmten 87 für das Gesetz, 60 Abgeordnete votierten dagegen.

Bislang war die Hauptstadt in Sachen Feiertage bundesweites Schlusslicht: In Berlin gibt es jährlich nur neun, in den meisten Bundesländern sind es zehn. Eine Reihe anderer Landesparlamente hatte im vergangenen Jahr neue Feiertage eingeführt. Während die norddeutschen Bundesländer den Reformationstag wählten, haben die Thüringer am Weltkindertag frei. Der Stadtstaat Berlin ist das einzige Bundesland mit dem Frauentag als Feiertag.

In der Hauptstadt waren in den vergangenen Monaten auch andere Tage für den neuen Landes-Feiertag in Erwägung gezogen geworden. Letztlich war der 8. März jenes Datum, auf das sich die Koalitionäre einigen konnten.

Frauentag in der DDR offiziell begangen

Der Frauentag geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910 in Kopenhagen zurück, die Frauenrechtlerin Clara Zetkin war Initiatorin. Ausgerufen wurde der Tag erstmals 1911. Zunächst fand er am 19. März statt, erst später setzte sich der 8. März durch. Bei den Kundgebungen in Deutschland gehörte die Einführung des Frauenwahlrechts zu den wichtigsten Forderungen - es wurde in Deutschland 1918 eingeführt.

Während der Frauentag in der Bundesrepublik zunächst kaum noch Bedeutung hatte, wurde er in der DDR ab 1947 offiziell begangen. Er sollte die Gleichberechtigung fördern und die Arbeit der Frauen würdigen - sie bekamen oft Blumen geschenkt. Im Westen gewann er in den 70er-Jahren durch die damalige Frauenbewegung wieder an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen riefen im Rahmen des internationalen Jahrs der Frau erstmals eine Feier zum 8. März 1975 aus. 1977 rief ihn die UN-Generalversammlung zum "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" aus.

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Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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