Politik

Hungerkatastrophe droht Berlin sagt Sahelzone 100 Millionen Euro zu

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Viele Staaten mit Gebieten in der Sahelzone wie etwa der Niger leiden stark unter Dürre.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die humanitäre Lage in der Sahelzone spitzt sich zu. Außenminister Maas zufolge sind dort inzwischen über 16 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Jetzt will Deutschland die Region unterstützen - weil alle "Warnlampen auf Dunkelrot" stünden.

Bundesaußenminister Heiko Maas von der SPD hat den Staaten der Sahelzone zusätzliche humanitäre Hilfen in Millionenhöhe zugesagt. Deutschland werde die Region im laufenden und den darauffolgenden Jahren mit hundert Millionen Euro unterstützen, sagte Maas in einem virtuellen Grußwort anlässlich einer internationalen Geberkonferenz zur Unterstützung der Sahel-Staaten. Die Summe sei eine Ergänzung zu den Verpflichtungen Deutschlands in der Region etwa im Bereich Stabilisierung.

Die humanitäre Lage im Zentralsahel sei "ernst und sie spitzt sich schnell zu", sagte Maas mit Blick auf das Dreiländereck von Burkina Faso, Mali und Niger. Alle Warnlampen stünden "auf Dunkelrot". Mehr als 16 Millionen Männer, Frauen und Kinder in der Region seien von Hunger bedroht.

Für 60 Prozent des humanitären Bedarfs in der Sahelzone fehle die finanzielle Unterstützung, beklagte der Außenminister. Die Bekanntgabe des Friedensnobelpreises für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) vor knapp zwei Wochen sei deshalb ein "Appell an uns alle, das zu ändern".

Eine der "schlimmsten humanitären Krisen weltweit"

Laut Maas unterstützte Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit in der Region im vergangenen Jahr in enger Abstimmung mit der Sahel-Allianz und den G5-Ländern mit über 400 Millionen Euro. Weitere 130 Millionen Euro wurden demnach für Konfliktbeilegung und friedenserhaltende Maßnahmen bereitgestellt.

Der SPD-Politiker forderte eine bessere Verzahnung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit und mehr Investitionen in die Konfliktbeilegung sowie friedensschaffende Maßnahmen. Auch müsse sichergestellt werden, dass alle Konfliktparteien ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalten und humanitäre Helferinnen und Helfer schützten.

Die virtuelle Geberkonferenz auf Minister-Ebene fand auf Initiative Dänemarks, Deutschlands, der EU und der Vereinten Nationen statt. Ziel ist es, zusätzliche Gelder zu mobilisieren, um der Instabilität der betroffenen Staaten und dem daraus resultierenden Migrationsdruck entgegenzuwirken. Mit Blick auf die weit verbreitete Armut, militärische Gewalt und häufigen Naturkatastrophen im Sahel-Gebiet spricht das Auswärtige Amt von einer der "schlimmsten humanitären Krisen weltweit".

Quelle: ntv.de, can/AFP

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