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Wegner verspricht VerbesserungenBerlins Stromsicherheit hängt an einem Prozent

05.01.2026, 10:43 Uhr
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Der Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal wurde durch Brandsätze verursacht. (Foto: IMAGO/Emmanuele Contini)

45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen in Berlin sind plötzlich ohne Strom. Der Brand an einer Kabelbrücke ist der Auslöser. Dahinter steckt eine linksextremistische Gruppe. Eine hundertprozentige Sicherheit vor solchen Anschlägen gibt es laut Berlins Regierendem Bürgermeister Wegner nicht.

Nach dem großflächigen Stromausfall in Teilen der Hauptstadt will Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner die Sicherheit des Stromnetzes verbessern. Bereits jetzt verliefen 99 Prozent der Leitungen unter der Erde, sagte Wegner im ZDF. Das restliche eine Prozent müsse noch besser vor terroristischen Angriffen geschützt werden - wie auch die gesamte kritische Infrastruktur.

Der Anschlag zeige, dass es hundertprozentige Sicherheit nicht gebe, so Wegner. "Wenn militante linksextremistische Gruppen Anschläge verüben, dann ist der Staat angreifbar." Man könne nicht an jede Stelle einen Polizeibeamten stellen, so der CDU-Politiker.

Seit Samstagfrüh waren insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten im Südwesten Berlins von der Stromversorgung abgeschnitten. Am Sonntagabend waren nach Angaben des Energieversorgers Stromnetz Berlin noch mehr als 30.000 Haushalte und rund 1700 Gewerbekunden in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee betroffen. Erst am Donnerstag sollte die Stromversorgung wieder komplett wiederhergestellt sein.

Der Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal und der darauffolgende Stromausfall wurde nach Erkenntnissen der Behörden durch Brandsätze verursacht. Aller Wahrscheinlichkeit nach geht der Anschlag auf das Konto von Linksextremisten, laut Polizei liegt ein Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe vor. Diese hatte sich unter anderem auch im März 2024 zu einem Brandanschlag auf das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide bekannt.

Bei dem Anschlag seien professionelle Täter am Werk gewesen, betonte Wegner im ZDF. Die Tat sei "kein Zufallsprodukt". Er gehe auch davon aus, dass der Zeitpunkt genau abgepasst war - als die Temperaturen besonders frostig wurden. Die Angreifer spielten damit bewusst mit dem Leben von Menschen, so Wegner.

Giffey: Angriff auf die freie Gesellschaft

In dem betroffenen Gebiet liegen auch Pflegeeinrichtungen, Schulen und Krankenhäuser. Die Behörden richteten drei Notunterkünfte und mehrere Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger zum Aufwärmen und Aufladen von Handys ein. Rund 20 betroffene Schulen sollen laut Senat zunächst bis Mittwoch geschlossen bleiben.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sprach im Inforadio des RBB von einem Angriff auf die freie Gesellschaft. "Die Frage ist ja: Sind das nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind, oder steckt da mehr dahinter? Das muss unbedingt ermittelt werden", forderte Giffey. Die Sicht auf die Gesellschaft, die aus dem Bekennerschreiben hervorgehe, sei "hochgradig gefährlich".

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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