Politik

Leiter von 21 Geheimgefängnissen Berüchtigter Folterer in Argentinien gestorben

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"Würde es wieder tun": Etchecolatz im Jahr 2006.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Jahrelang ist Miguel Etchecolatz ein bereitwilliger Helfer der argentinischen Militärjunta. Er leitet Geheimgefängnisse, in denen Tausende gefoltert und ermordet werden. "Wegen meines Postens oblag es mir zu töten, und ich würde es wieder tun", sagt er später. Nun ist er tot.

Einer der berüchtigsten Folterer der früheren argentinischen Militärdiktatur ist im Alter von 93 Jahren in der Haft gestorben. Der einstige Vize-Polizeichef der Provinz Buenos Aires, Miguel Etchecolatz, starb am Samstag im Krankenhaus an Herzversagen, wie Menschenrechtsorganisationen mitteilten.

Etchecolatz war laut Medienberichten einige Tage zuvor in die Klinik verlegt worden. Er war in einer Serie von Prozessen zu neun Mal lebenslänglicher Haft verurteilt worden, zuletzt erst im vergangenen Mai.

Während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 hatte Etchecolatz 21 Geheimgefängnisse geleitet, in denen Tausende Menschen gefoltert und getötet wurden. Eines der von ihm befehligten Kommandos war für die Entführung einer Gruppe von Schülern im Alter zwischen 14 und 17 Jahren im September 1976 verantwortlich. Nur vier der Schüler überlebten.

Schuldgefühle scheinen Etchecolatz dabei nicht geplagt zu haben. "Wegen meines Postens oblag es mir zu töten, und ich würde es wieder tun", sagte er in einem seiner zahlreichen Prozesse aus.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

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