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Gas-Bohrungen gehen weiter Beschlossene Sanktionen lassen Türkei kalt

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Das türkische Bohrschiff "Yavuz". Die Türkei lässt sich trotz beschlossener EU-Strafmaßnahmen nicht davon abbringen, Erkundungsbohrungen im Mittelmeer vorzunehmen.

(Foto: REUTERS)

Als die Türkei nicht von den Gas-Bohrungen vor Zypern ablässt, beschließt die EU Strafmaßnahmen. Doch Ankara scheint das nicht sonderlich zu interessieren. Die geplanten Sanktionen seien "keine Dinge, die uns beeinflussen werden", sagt Außenminister Cavusoglu.

Die Türkei zeigt sich von den EU-Sanktionen wegen ihrer Erdgas-Bohrungen vor der Küste Zyperns unbeeindruckt. Die Arbeiten würden fortgesetzt, erklärte die Regierung in Ankara. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte auf einer Pressekonferenz im nordmazedonischen Skopje, die Reaktion der Europäischen Union auf die Bohrungen müsse man nicht sonderlich ernst nehmen. "Das sind einfache Dinge. Das sind keine Dinge, die uns beeinflussen werden."

Die EU-Außenminister hatten am Montag Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. So sollen EU-Gelder für das Land gekürzt und Spitzengespräche ausgesetzt werden. Das EU-Mitglied Zypern sieht in den türkischen Erkundungen vor der Küste der geteilten Mittelmeerinsel einen Verstoß gegen internationales Recht. Auch die EU wertet die Bohrungen als illegal.

Die Türkei dagegen argumentiert, sie schütze die Hoheitsrechte über ihrem Festlandsockel, außerdem müssten auch die türkischen Nordzyprer von den Rohstoffen profitieren können. Im östlichen Teil des Mittelmeers sind große Öl- und Gas-Vorkommen entdeckt worden. Cavusoglu zufolge sind bereits drei türkische Schiffe zur Erkundung vor der Küste Zyperns, ein viertes werde so bald als möglich entsandt.

Zypern blickt auf jahrzehntealte Teilung zurück

Die Entscheidung der EU-Außenminister werde die Entschlossenheit der Türkei, ihre Erkundungsbohrungen im östlichen Mittelmeer fortzusetzen, nicht im Mindesten beeinträchtigen, erklärte das Außenministerium in Ankara. Die Türkei hat den betreffenden Energiekonzernen untersagt, mit der zyprischen Regierung zusammenzuarbeiten.

Die EU und Zypern betrachten ein Gebiet von bis zu 200 Seemeilen um die geteilte Insel, die sogenannte ausschließliche Wirtschaftszone, als ihr Einflussgebiet. Am Montag setzten die EU-Außenminister die Verhandlungen mit der Türkei über ein Luftverkehrsabkommen aus. Spitzengespräche unter anderem über Wirtschaft und Handel wurden bis auf Weiteres gestoppt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) wurde aufgefordert, ihre Kreditvergabe an die Türkei zu überprüfen.

Der Streit spielt sich vor dem Hintergrund der jahrzehntealten Teilung der Insel und der Bevölkerung in griechische und türkische Zyprer ab. Die Türkei hält den Norden der Insel seit 1974 besetzt. Damals hatten griechische Putschisten den Anschluss der gesamten Insel an Griechenland durchsetzen wollen. Türkisches Militär wehrte dies ab und kontrolliert seither den Norden. Die dortige Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei, nicht aber von der internationalen Gemeinschaft als Staat anerkannt. Umgekehrt unterhält die Türkei keine diplomatischen Beziehungen zur international anerkannten zyprischen Regierung. Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts

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