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Erklärung zu Übergriffsvorwürfen Biden will in Zukunft respektvoller agieren

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Körperkontakt als politisches Gestaltungsmittel: Joe Biden und Hillary Clinton.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden ist bekannt für seine ungezwungene Art. Die bringt ihm aber nicht bei allen Sympathiepunkte ein. Zwei Frauen beschuldigen ihn des übergriffigen Verhaltens. In einem Twittervideo erklärt er sich nun.

Nach Vorwürfen des übergriffigen Verhaltens gegenüber mehreren Frauen hat der frühere US-Vizepräsident und mögliche demokratische Präsidentschaftsbewerber, Joe Biden, Besserung gelobt. "Ich werde künftig aufmerksamer und respektvoller sein mit dem persönlichen Raum von Menschen", versprach Biden in einem Video-Clip, den er auf Twitter veröffentlichte. "Das ist meine Verantwortung und der werde ich gerecht werden." Die sozialen Normen im Umgang mit dem persönlichen Raum von Menschen hätten sich geändert. Das verstehe und respektiere er.

Mehrere Frauen hatten sich in den vergangenen Tagen beklagt, Biden habe sich ihnen in seiner Zeit als US-Vizepräsident auf unangemessene Weise genähert. Die Demokratin Lucy Flores etwa erklärte, Biden habe sich 2014 bei einem ihrer Wahlkampfauftritte von hinten genähert, an ihrem Haar gerochen und ihr einen Kuss auf den Hinterkopf gegeben. Eine andere Frau hatte berichtet, Biden habe 2009 bei einer Veranstaltung seine Hand um ihren Hals gelegt und sie an sich gezogen, um seine Nase an ihrer zu reiben.

Biden betonte, er habe immer versucht, eine Verbindung zu Menschen aufzubauen. "Ich schüttele Hände, ich umarme Leute, ich fasse Männer und Frauen an den Schultern und sage ihnen: 'Du schaffst das.'" So sei er immer gewesen. Auf diese Weise versuche er, den Menschen zu zeigen, dass sie ihm etwas bedeuteten und dass er zuhöre. "So bin ich einfach." Aber die Zeiten hätten sich geändert. "Heute geht es darum, Selfies miteinander zu machen." Und die Grenzen zum Schutz des persönlichen Raumes seien heute andere. Das habe er begriffen. Biden hatte bereits zuvor auf die Vorwürfe reagiert und zunächst erklärt, er glaube nicht, dass er sich unangemessen verhalten habe. Falls er dies getan habe, wolle er voller Respekt zuhören.

Biden hatte bereits früher in einem anderen Zusammenhang eingeräumt, seine Neigung zum Körperkontakt könne in Zeiten der #MeToo-Bewegung zum Problem werden. Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident. Er gilt als möglicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten im Jahr 2020. Offiziell hat sich aber noch nicht dazu geäußert.

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Quelle: n-tv.de, lou/dpa/AFP

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