Politik

"Habe nichts Unrechtes getan"Bill Clinton bestreitet Fehler im Epstein-Skandal - und teilt gegen Trump aus

27.02.2026, 19:07 Uhr
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Bill und Hillary Clinton im Jahr 2019. (Foto: picture alliance/dpa)

Bill Clinton hat Jeffrey Epstein oft besucht. Eine Befragung zu seinem Wissen über die Taten des Sexualstraftäters ist daher legitim. Zu seiner Rolle gibt er jedoch bereits vor der Befragung durch einen Ausschuss ein eindeutiges Bekenntnis ab.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton ist erstmals von Kongressabgeordneten zu seiner Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein angehört worden. Es gebe "viele Fragen" an den ehemaligen Präsidenten, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, der Republikaner James Comer. Die Demokraten im Ausschuss kritisierten, es werde der "falsche Präsident" befragt.

Bereits im Vorfeld hatte der 42. Präsident der Vereinigten Staaten ein Statement in sozialen Medien veröffentlicht. In Bezug auf seine Beziehung zu Epstein stellte er klar: "Egal, wie viele Fotos Sie mir zeigen, ich habe zwei Dinge, die letztlich wichtiger sind als Ihre Interpretation dieser 20 Jahre alten Fotos. Ich weiß, was ich gesehen habe, und noch wichtiger, was ich nicht gesehen habe. Ich weiß, was ich getan habe, und noch wichtiger, was ich nicht getan habe. Ich habe nichts gesehen und ich habe nichts Unrechtes getan."

Zudem verkniff er sich einen Seitenhieb auf den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump nicht, als er schrieb: "Amerika fußt auf dem Gedanken, dass kein Mensch über dem Gesetz steht, auch Präsidenten nicht - gerade der Präsident nicht". Trump sieht sich ebenfalls zahlreicher Vorwürfe ausgesetzt, auch im Zusammenhang mit Epstein, sieht jedoch nicht ein, dafür Verantwortung zu übernehmen.

Bill Clinton versteht Vorladung von Hillary nicht

Zudem beklagte Clinton die Vorladung seiner Ehefrau Hillary. Die habe nichts mit Epstein zu tun gehabt, sei nie mit ihm geflogen oder habe eines seiner Anwesen besucht, so Bill Clinton. Egal, ob 10 oder 10.000 Menschen vorgeladen würden, es in ihrem Falle zu tun, "ist nicht richtig", schreibt er.

Hillary Clinton hatte am Donnerstag bei ihrer Anhörung gefordert, Präsident Donald Trump wegen seiner Verbindungen zu Epstein vorzuladen. Dies lehnen die Republikaner im Ausschuss des Repräsentantenhauses ab. Sie fordern stattdessen Aufklärung über die Rolle des 79-jährigen Clinton, der von 1993 bis 2001 Präsident war.

Viele Fotos aus den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten zeigen den Demokraten. Auf einem Bild liegt Bill Clinton in einem Whirlpool, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell.

Der frühere Präsident gibt an, zu Beginn der 2000er Jahre mehrmals in Epsteins Privatflugzeug mitgereist zu sein. Dies sei jedoch im Zusammenhang mit der Arbeit für seine humanitäre Stiftung geschehen. Der Ausschussvorsitzende Comer sagte dagegen, Epstein habe unter Clinton 17 Mal das Weiße Haus besucht. Bill Clinton sei zudem "mindestens 27 Mal" mit dem Privatjet des Finanzberaters geflogen. Dies werfe Fragen auf.

Clinton hatte während seiner Präsidentschaft wiederholt mit Affären zu kämpfen. Am bekanntesten ist seine sexuelle Beziehung zu der Praktikantin Monica Lewinsky, die Clinton nach massivem Druck Ende der 1990er Jahre einräumte.

Die Anhörung Bill Clintons ist für einen früheren Präsidenten außergewöhnlich. Sie findet in einem Kulturzentrum in Chappaqua im Bundesstaat New York statt, dem Wohnort der Clintons.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft erhielt er eine Strafe von 18 Monaten, musste aber nur 13 Monate im Gefängnis absitzen. Zudem verbrachte er diese zum großen Teil im freien Vollzug.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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