Politik

Nur Amerikanisch-Samoa überzeugt Bloomberg bezahlte jede Stimme teuer

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Michael Bloomberg unterstützt jetzt lieber Joe Biden.

(Foto: REUTERS)

Rund vier Monate dauerte das Wahlabenteuer des US-Milliardärs Bloomberg. Nun sind die meisten Stimmen des "Super Tuesday" ausgezählt. Die Zahlen zeigen: jede einzelne Stimme hat ihn viel Geld gekostet.

Zwischenzeitlich sah es in Umfragen so aus, als könnte der Milliardär Michael Bloomberg ernsthaft in den Vorwahlkampf der US-Demokraten eingreifen. Doch das Abenteuer des New Yorker Ex-Bürgermeisters ist nach seinen enttäuschenden Ergebnissen beim "Super Tuesday" schon wieder vorbei. Dabei war er später als alle anderen Bewerber eingestiegen, hatte die ersten Vorwahlen verpasst - und dann doch nicht ausreichend Stimmen erhalten. Trotz eines Privatinvestments von rund einer halben Milliarde Dollar.

Häme bleibt bei so etwas nicht aus - auch wenn sie sich als journalistische Rechenarbeit tarnt. Detailliert listet die "Washington Post" auf, was einen der reichsten Männer der Welt seine Idee gekostet hat, ins Weiße Haus zu gelangen. Kurz: Es war teuer, basierend auf Werbeausgaben und Ergebnissen der ersten acht ausgezählten Bundesstaaten im Schnitt rund 140 Dollar Werbung pro tatsächlichem Wähler.

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Die günstigsten Stimmen griff der Milliardär in Virginia ab, einem Bundesstaat, in dem viele Afroamerikaner wählen. Bloomberg gab 7,4 Millionen Dollar für Werbung aus und erhielt dafür rund 10 Prozent Zustimmung - das sind 60 Dollar pro Kreuzchen. Die anspruchsvollsten Wähler wohnen dagegen in Minnesota: Dort gab es für 13 Millionen Dollar nur 8,3 Prozent, das sind rund 220 Dollar pro Stimme. Der Bundesstaat im Mittleren Westen ist auch die Heimat Amy Klobuchars, die schon vor dem "Super Tuesday" ausgestiegen war, sich hinter den späteren Sieger Joe Biden stellte - und trotzdem 5,6 Prozent der Stimmen bekam - nicht viel weniger als Bloomberg.

Noch teurer als nur Werbung

Doch das Resümee der vier Monate fällt noch düsterer aus. Da seit der Analyse der "Washington Post" inzwischen fast alle 14 beteiligten Bundesstaaten über 80 Prozent der Stimmen ausgezählt haben, - die Ausnahme ist Utah mit einem Auszählungsstand von 32 Prozent - ist über die reinen Werbeausgaben hinaus recht klar, was Bloomberg insgesamt je Stimme ausgegeben hat: im Schnitt etwa 290 Dollar. Seine 500 Millionen Dollar Wahlkampfausgaben überzeugten 1,7 Millionen Wähler.

Bloomberg wird trotz seines Ausstiegs in einer Siegerliste auftauchen. Bei Amerikanisch-Samoa. Mit klarer Mehrheit entschied sich der Mini-Caucus des US-Außenterritoriums im Südpazifik für ihn. Der Milliardär aus der fernen Ostküstenmetropole kam dort auf 49,9 Prozent - das sind ganze 175 Stimmen.

Quelle: ntv.de, rpe

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