Politik

Juristische Maßnahmen möglich? Böhmermann kämpft weiter um SPD-Vorsitz

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Böhmermanns Kampagne lief unter dem Hashtag neustart19.

(Foto: picture alliance/dpa)

In knapp 72 Stunden versucht Jan Böhmermann, eine offizielle Kandidatur für den SPD-Vorsitz zu erreichen - ohne überhaupt Mitglied der Partei zu sein. In einem Youtube-Video verkündet er nun, dass sein Vorhaben knapp gescheitert sei. Nun will er prüfen, ob sich dies nicht noch ändern ließe.

TV-Satiriker Jan Böhmermann ist zwar nicht als Kandidat um den SPD-Vorsitz zugelassen worden, will nach eigenen Angaben aber Mitglied in der Partei bleiben beziehungsweise werden. Für die Kandidatur um den Vorsitz habe es "ganz knapp doch nicht gereicht", sagte der 38-jährige Fernsehmoderator in einem Video auf Youtube. "Die SPD und ich sind uns nicht einmal sicher, ob ich in den letzten drei Tagen wenigstens Parteimitglied geworden bin." Für ihn stehe aber fest: Er wolle SPD-Mitglied im Ortsverein Köthen, Sachsen-Anhalt, werden.

Der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt hatte am Samstag bestätigt, dass Böhmermann in Köthen aufgenommen worden sei. Dies reiche jedoch formal nicht aus, weil der Moderator nicht in Köthen wohne. "Mein Team und ich prüfen außerdem die juristische Anfechtbarkeit meiner Nichtzulassung zur Wahl um den SPD-Vorsitz", sagte Böhmermann.

Selbst wenn es bei der Urwahl um den Parteivorsitz mit einer Kandidatur für ihn nicht mehr klappen sollte, spätestens im Frühjahr 2020 werde die SPD einen neuen Parteivorsitzenden, eine neue Doppelspitze suchen, sagte Böhmermann in dem Video. "Dann sind mein Team und ich noch besser vorbereitet und haben einen noch längeren Vorlauf. Dann wird es klappen."

Viel Aufmerksamkeit online

Der Moderator der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" hatte am Donnerstag kurzfristig verkündet, dass er Bundesvorsitzender der SPD werden wolle. Die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz ist am Sonntagabend um 18 Uhr abgelaufen. Auf der Kampagnen-Webseite schrieb Böhmermann: "Nein, das ist kein Witz. Ich bewerbe mich hiermit offiziell und öffentlich um das Amt des Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Außerdem führte er aus, dass dafür drei Herausforderungen bewältigt werden müssten: "1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD".

Seine Kampagne mit dem Hashtag neustart19 erfuhr große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Angesichts der späten Bewerbung und der hohen Hürden wurde aber allgemein angezweifelt, inwiefern er die Kandidatur tatsächlich ernst meinte.

Quelle: ntv.de, agr/dpa