Politik

Geeignet für Atomsprengköpfe Bringt Russland die 2S7M Malka in Stellung?

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Im Jahr 2015 wurde die 2S7 umfänglich modernisiert und trägt seitdem die Bezeichnung 2S7SM.

(Foto: dpa)

Die 2S7SM Malka gilt heute als das schwerste konventionelle Artilleriegeschütz der Welt. Bis jetzt soll sie erst einmal in einem Krieg zum Einsatz gekommen sein. Entwickelt wurde sie für einen möglichen taktischen Nuklearschlag, der bereits mehrfach von russischer Seite angedroht wurde.

Die 2S7 war schon zu Zeiten der Sowjetunion eine Waffenlegende. Anfang der 1970er Jahre entwickelt, war und ist sie bis heute das schwerste konventionelle Artilleriegeschütz. Die Kanone hat ein Kaliber von 203 Millimeter, ist auf einer Selbstfahrlafette, deren Basis vom Kampfpanzer T-64 abgeleitet wurde, befestigt und hat eine Gefechtsmasse von 46 Tonnen.

Als die 2S7 im Jahr 1975 in den Dienst der Sowjetarmee gestellt wurde, lag die Feuergeschwindigkeit bei zwei Schuss pro Minute. Da lediglich vier Schuss mitgeführt werden konnte, wurde das System in allen Punkten verbessert, bekam den Namen 2S7M Malka und war jetzt in der Lage, acht Geschosse mitzuführen. Die Reichweite beträgt mit Standardmunition 37,7 Kilometer, bei reichweitengesteigerten Granaten sind es etwa 47 Kilometer.

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Wie viele 2S7SM im Bestand der russischen Armee sind, ist nicht bekannt.

(Foto: dpa)

So weit, so unspektakulär. Zumal auch die ukrainische Armee über die 2S7 verfügt und die auch schon im Einsatz gehabt haben soll. Schließlich gehörte die Ukraine bis 1991 zur UdSSR, war also Teil der Vereinigten Sozialistischen Sowjetrepubliken. Doch während in der Ukraine an dem Waffensystem nichts verändert wurde, führte Moskau im Jahr 2015 eine modernisierte Version mit der Bezeichnung 2S7SM im russischen Heer ein. Die kann jetzt drei Schuss in der Minute abfeuern und mit raketenunterstützten Geschossen Reichweiten von bis zu 55 Kilometern überbrücken.

Entwickelt für den taktischen Nuklearschlag

Auch die Selbstfahrlafette mit einer Reichweite von 450 Kilometern wurde modernisiert. Hier wurde das Getriebe ausgetauscht, der Verteilermechanismus und die Stromversorgungseinheit. Zudem kann jetzt die Zielerfassung auch über die Auswertung von Daten einer externen Wärmebildkamera erfolgen. Das Gefährlichste an der Malka ist aber, dass mit ihr auch Spezialmunition mit Atomsprengköpfen verschossen werden kann.

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Ein Großteil der 2S7 war vor der Wende auf dem Gebiet der DDR stationiert.

(Foto: dpa)

Denn die großkalibrigen Selbstfahrlafetten wurden seinerzeit für einen möglichen taktischen Nuklearschlag entwickelt. Der Großteil der Geschütze befand sich bis zur Wende bei den russischen Truppen, die in der DDR stationiert waren. Nach der Unterzeichnung des Vertrages über konventionelle Streitkräfte für Europa (KSE) wurden sie nach Russland zurückgebracht und dort in den Bestand des Heeres überführt.

Erster und einziger bekannter Einsatz in Georgien

Der einzige bekannte Kriegseinsatz der 2S7 war der in der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und Georgien im Jahr 2008, als die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien wieder in die Russische Föderation integriert werden sollten. Der Angriff erfolgte auf Anordnung des damaligen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew aus der Luft, über Land und zur See.

Der Krieg dauerte lediglich fünf Tage. Russlands Panzer überrollten den Westen Georgiens geradezu. Doch es waren die Georgier, die damals die 2S7 zum Einsatz brachten. Während ihres Rückzugs versteckten die georgischen Truppen fünf der Selbstfahrlafetten. Die russischen Truppen fanden alle, behielten eine als Kriegsbeute, die anderen wurden zerstört.

Es ist auch nicht bekannt, ob Russland die Malka bis jetzt zum Einsatz gebracht hat oder zum Einsatz bringen wird. Einen taktischen Vorteil könnte sie am Ende aber bringen - und das macht die Lage um so gefährlicher -, wenn sich Russland für den Einsatz von Atomwaffen entschließt. Russland soll etwa 2000 Atomwaffen in Form von Kleinraketen, Torpedos und Artilleriegeschossen in seinem Bestand haben, von denen sich Letztgenannte dann auch mit der weiterentwickelten 2S7SM verschießen lassen.

Quelle: ntv.de

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