Politik

Angst vor Engpässen durch Brexit Britische Polizei warnt vor Hamsterkäufen

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Werden die Briten Panik-Käufe starten, wenn sie von einem ungeregelten Brexit erfahren? - Die Polizei geht davon aus.

(Foto: picture alliance / Andrew Matthe)

In wenigen Tagen stimmt das britische Parlament über das Brexit-Abkommen ab. Bei Ablehnung droht ein ungeordneter EU-Austritt. Die Polizei vermutet, dass es dann in den Geschäften zu Panik-Käufen kommen könnte.

Die britische Polizei fürchtet im Fall eines harten Brexit Hamsterkäufe der Bevölkerung und rät Einzelhändlern zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Kunden könnten aus Angst vor Versorgungsengpässen in deutlich größerer Zahl in die Läden strömen, erklärte die Polizei des Großraums London. Dies könne zusätzliche Vorkehrungen erforderlich machen. Durch ein Hochfahren der Sicherheitsmaßnahmen der Händler werde im Falle von Turbulenzen die Polizei entlastet.

Die Einzelhändler reagierten zurückhaltend auf die Warnungen. James Martin, Sicherheitsberater beim britischen Einzelhandelsverband, erklärte, die Händler würden eng mit der Polizei zusammenarbeiten. Die rund 5000 Mitglieder des Verbands hätten Erfahrung darin, ihren Kunden sicheres Einkaufen zu ermöglichen und die Verkäufer zu schützen.

Das britische Parlament stimmt am kommenden Dienstag über das Austrittsabkommen mit der EU ab. Sollte das Abkommen abgelehnt werden, droht Ende März ein ungeregelter EU-Austritt mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat derweil Änderungen am Brexit-Vertrag weiter ausgeschlossen. Die EU-Staats- und Regierungschefs und die Kommission hätten klargestellt, "dass es keine Nachverhandlungen geben wird", so Juncker. Er wolle "alle Anstrengungen" unternehmen, um eine Zustimmung zum Austrittsvertrag zu ermöglichen, sagte Juncker. Denn ein Brexit ohne Abkommen sei "eine Katastrophe für unsere britischen Freunde und für die Kontinentaleuropäer". Aus EU-Kreisen hieß es: "Wir erwarten von den Briten, dass sie uns sagen, was genau sie wollen und dann werden wir sehen, was möglich ist."

Vier Tage vor der Abstimmung erscheint eine Ablehnung des Deals weiter wahrscheinlich. "Sollte das Votum negativ ausfallen, erwarten wir von den Briten, dass sie uns sagen, 'was als nächstes folgt'", hieß es aus EU-Kreisen. Spätestens Mittwochmorgen müsse die Antwort auf die Frage, wie es weitergehen soll, vorliegen.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP