Politik

Druck von Flüchtlingsgegnern Bürgermeister werden Zielscheiben von Hass

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Kommunalpolitiker werden immer öfter zur Zielscheibe von Hass.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kommunalpolitiker müssen wegen ihrer Flüchtlingspolitik vermehrt Beleidigungen und Hassmails hinnehmen. So lautet das Ergebnis einer Umfrage unter deutschen Bürgermeistern. Dennoch überwiegt bei der Flüchtlingsfrage weiterhin der Optimismus.

Wegen der Flüchtlingspolitik sind in fast jeder zweiten kleineren Kommune Bürgermeister, Mitarbeiter oder Gemeinderäte bereits persönlich beschimpft oder beleidigt worden. Das Spektrum reicht von Verunglimpfungen und beleidigenden Mails über Schmierereien an Hauswänden bis zu toten Ratten vor der Haustür, wie eine Umfrage des Magazins "Kommunal" ergab.

Für die Erhebung befragte das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund erscheinende Magazin vom 30. Mai bis zum 3. Juni insgesamt 1000 Bürgermeister von Kommunen mit 10.000 bis 80.000 Einwohnern. Demnach mussten in 47 Prozent dieser Kommunen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter Beschimpfungen im Zusammenhang mit ihrer Flüchtlingspolitik erdulden.

Dennoch zeigten sich die befragten Bürgermeister in der Flüchtlingspolitik weiter optimistisch: Lediglich 14 Prozent der Kommunen sahen sich aktuell überfordert. Mehr als die Hälfte der Bürgermeister zeigte sich allerdings überzeugt, dass ihre Gemeinde an ihre Grenzen stoßen wird, wenn die Flüchtlingszahl auf dem Niveau des Jahres 2015 bleibt. Ein knappes Drittel machte sich keine Sorgen.

Verantwortlich für die Situation vor Ort machten die Bürgermeister vor allem den Bund: 52 Prozent des befragten kommunalen Spitzenpersonals fühlten sich von der Bundesregierung im Stich gelassen. Auch die Landesregierungen werden aus Sicht von fast 40 Prozent der Bürgermeister ihrer Verantwortung nicht gerecht.

Quelle: ntv.de, kbe/AFP

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