Politik

Berlin, Sachsen-Anhalt und Co Bundesländer machen Tempo bei 2G-Modell

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In Berlin soll das 2G-Optionsmodell voraussichtlich am Samstag in Kraft treten.

(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen aktualisieren die Bundesländer ihre Corona-Schutzverordnungen. Geimpfte und Genesene können dadurch vielerorts bald mit weiteren Erleichterungen rechnen.

Der Berliner Senat hat die Einführung eines 2G-Optionsmodells für Veranstaltungen und körpernahe Dienstleistungen in der Hauptstadt beschlossen. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Brandenburg können Geimpfte und Genesene bald mit weiteren Erleichterungen rechnen.

Die geänderte Rechtsverordnung in Berlin ermöglicht etwa in der Gastronomie sowie im Kultur- und Sportbereich Erleichterungen für Betriebe und Veranstalter, wenn diese lediglich Geimpfte und Genesene einlassen, wie der Senat mitteilte. Die neue Regelung soll voraussichtlich am Samstag in Kraft treten.

Bei Großveranstaltungen, die nur Geimpfte oder Genesene zulassen, erlaubt die neue Verordnung in Berlin eine hundertprozentige Auslastung bei maximal 25.000 Teilnehmern. Die 2G-Regelung kann auch nur für einzelne Tage oder begrenzte Zeiträume angewandt werden. Zuvor hatte der Senat die 2G-Regel bereits für einige Bereiche eingeführt. Geimpfte und Genesene dürfen seit Anfang September wieder in den Innenbereichen von Klubs und Diskotheken tanzen. In Saunen, Thermen und ähnlichen Einrichtungen dürfen sie wieder an Aufgüssen teilnehmen und Dampfbäder betreten.

Neben Berlin beschloss auch die Landesregierung in Sachsen-Anhalt die Einführung eines 2G-Optionsmodells für Veranstaltungen und Betriebe. Es handle sich ausdrücklich um ein Angebot und nicht um eine Verpflichtung, erklärte die Regierung in Magdeburg. Veranstalter und Betriebe, die sich für das 2G-Zugangsmodell entscheiden, müssen weder Abstandsregeln noch die Maskenpflicht oder Kapazitätsbegrenzungen einhalten. Im Vorfeld muss das Modell dem Gesundheitsamt gemeldet und per Aushang oder Hinweis am betreffenden Ort öffentlich gemacht werden.

Baden-Württemberg mit Dreistufenplan

Auch in Niedersachsen soll die 2G-Regel künftig in mehr Bereichen angewendet werden können - etwa in der Gastronomie, der Kultur, bei Veranstaltungen oder dem Sport. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil im Landtag in Hannover an. Menschen bis 18 Jahre sollen allerdings auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Laut der derzeitigen Verordnung können Betreiber von Diskotheken, Klubs und Shisha-Bars bereits den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind. Die Ausweitung der 2G-Regel wird in Niedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche umgesetzt. In Hessen kann G2 nach Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier bereits ab Donnerstag angewandt werden.

Die geplante 2G-Regel in Brandenburg soll ebenfalls nur in nicht lebensnotwendigen Bereichen des Alltags gelten. "Es beschränkt sich im Wesentlichen auf Freizeitvergnügen, also Klubs und Diskos", sagte CDU-Fraktionschef Jan Redmann in Potsdam. Es gehe auch um Kulturveranstaltungen, die mit der 2G-Regel ohne Abstände stattfinden könnten. SPD-Fraktionschef Erik Stohn sagte: "Das ermöglicht den Betreibern mehr Wirtschaftlichkeit und den Gästen mehr Sicherheit." Er forderte Ausnahmen für 12- bis 17-Jährige. Die 2-Regelung in Brandenburg soll vom 16. September bis zum 13. Oktober gelten.

Sachsen will mit der neuen Corona-Schutzverordnung ebenfalls das 2G-System als Optionsmodell einführen. Geimpfte und Genesene sollen dann Zugang zu Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5000 Menschen erhalten, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk in Dresden bekannt. Im Gegenzug bestehe die Möglichkeit, Beschränkungen wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot aufzuheben. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Unklar ist bisher, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen einen Test benötigen. Die neue Schutzverordnung im Freistaat soll am 23. September in Kraft treten.

In Baden-Württemberg wird am Donnerstag ein neuer Dreistufenplan aktiv. Damit ist künftig die sogenannte Sieben-Tage-Hospitalisierung auf Intensivstationen oder die Zahl der im Land mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten der entscheidende Maßstab für strengere Maßnahmen, wie Sozialminister Manfred Lucha sagte. Neu ist dabei eine dritte Stufe, die die 2G-Regel für Veranstaltungen vorsieht.

Diese dritte Stufe tritt bei zwölf neuen Corona-Fällen auf baden-württembergischen Intensivstationen innerhalb von sieben Tagen oder bei einer Gesamtzahl von 390 Corona-Intensivpatienten in Kraft. Dann sind für Nichtgeimpfte auch private Feiern auf zwei Haushalte beschränkt. Diese strengeren Maßnahmen für Ungeimpfte seien keine Strafen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Sie würden zu deren eigenem Schutz ergriffen und verhinderten neue Extremsituationen auf den Intensivstationen.

Rheinland-Pfalz hatte bereits vor wenigen Tagen im Zuge der Einführung des neuen Warnstufenkonzepts eine sogenannte 2G-Plus-Regelung beschlossen. Diese sieht bei steigenden Warnwerten vor, den Anteil von Ungeimpften bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie schrittweise immer weiter zu reduzieren, während sich am Zugang für Geimpfte und Genesene parallel nichts ändert.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa

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